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Aktion

Unangepasst und queer: Die fünfte Disability and Mad Pride Parade

Am Samstag findet die „behindert und verrückt feiern Pride Parade Berlin“ statt. Was an dem Event so wichtig ist und was es mit Queerness zu tun hat, verriet uns Anne vom Orga-Bündnis

Behindert und verrückt feiern Pride Parade Berlin © Sally B.

21.06.18 – Auch dieses Jahr leitet sie wieder die Pride-Saison in unserer Stadt ein: am Samstag, den 23. Juni, steigt zum mittlerweile fünften Mal die „behindert und verrückt feiern Pride Parade Berlin“. Die Demo startet am Hermannplatz um 15:00, zieht weiter über den Kottbusser Damm und endet, ungefähr um 17:15, mit einer Abschlusskundgebung vor dem Südblock am Kottbusser Tor. Aktivistin Anne hat uns für das Orga-Bündnis ein paar Fragen beantwortet

Anne, warum ist es für dich wichtig, dass es die "behindert und verrückt feiern" Pride Parade gibt? Ich bin als Unterstützer*in im Orga-Team der Parade. Das bedeutet, dass ich selbst nicht von Behinderung oder Psychiatrisierung betroffen bin. Die Themen, die für die Parade wichtig sind, liegen mir aus vielen Gründen am Herzen. Ich denke, dass in der Gesellschaft viel zu wenig über Behinderung und Verrücktheit geredet wird. Und wenn doch, dann geht es oft darum, wie Menschen wieder an die Gesellschaft „angepasst“ werden können. Dabei sollten sich nicht die Menschen an die Gesellschaft, sondern die Gesellschaft an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen anpassen. Auf der Parade können sich Betroffene, also behinderte und verrückte Menschen, wenigstens für ein paar Stunden so zeigen, wie sie sind. Ohne dass sie fürchten müssen, blöd angeschaut oder beleidigt zu werden. Das macht die Parade für mich zu einer einzigartigen Veranstaltung, die ich gern unterstützen möchte.

Wie gehen Leute in der queeren Szene mit Behinderungen um? Auf queeren Veranstaltungen treffe ich selten Menschen mit sichtbaren Behinderungen. Viele Räume sind nicht barrierearm, sodass eine Teilnahme sicherlich oft bereits an der Zugänglichkeit scheitert. Auch sind Texte oft in sehr schwerer Sprache geschrieben. Nicht alle Menschen verstehen das und fühlen sich dementsprechend nicht eingeladen. Es gibt aber auch Bemühungen, Benachteiligungen mitzudenken und sich an den Bedürfnissen Betroffener zu orientieren. Gute Beispiele dafür sind, wenn auf Flyern steht welche (Laut-)Sprachen angeboten werden und ob der Raum mit dem Rollstuhl befahrbar ist. Das passiert zum Glück immer häufiger.

Wie queer ist deiner Meinung nach die „behindert und verrückt feiern" Pride? Hat sich da in den letzten Jahren etwas verändert? Die Parade ist eine wichtige Veranstaltung für viele Menschen, die sich in queeren Kreisen aufhalten. Im letzten Jahr gab es sogar einen Paradewagen vom Jugendnetzwerk Lambda. Ich bin jetzt das zweite Jahr im Bündnis und habe mir sagen lassen, dass in den letzten Jahren immer mehr queere Leute gekommen sind. Ich finde das schön, weil es viele gemeinsame Themen gibt.

Welche Bündnisse würdest du dir noch wünschen? Inhaltlich wünsche ich mir noch mehr Verbindung mit queerfeministischen Themen. Grundsätzlich wäre es schön, wenn das Bündnis noch mehr aus Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen bestehen würde. Wer mitmachen möchte, kann sich gerne bei uns melden.

Interview: Hannah Geiger

 

behindert und verrückt feiern Pride Parade Berlin, 23.06., 15:00 ab Hermannplatz, Abschlusskundgebung am Südblock

Die Redebeiträge werden in Deutsche Gebärdensprache übersetzt. Am Hermannplatz und beim Südblock gibt es rollstuhlgerechte Toiletten.

www.pride-parade.de/

 



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