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Bildung

Neue Publikation zu sexueller Vielfalt an Schulen vorgestellt

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat heute den Band „Sexualitäten, Geschlechter und Identitäten“ in Berlin präsentiert. Damit soll Lehrenden der Umgang mit LGBT-Themen im Unterricht erleichtert werden

© bpb

10.09.18 – Schwul, lesbisch oder trans an der Schule? Die Frage wie SchülerInnen und jungen Menschen LGBT-Themen näher gebracht werden können, sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Kontroversen und homophobe Widerstände. Um Lehrenden und PädagogInnen den Einstieg und Umgang rund um das Thema zu vereinfachen, stellte die Bundeszentrale für politische Bildung heute das neue Band "Sexualitäten, Geschlechter und Identitäten" aus der Reihe "Themen und Materialien" vor. Adressiert werden darin Unterrichtende an der Schule, sowie PädagogInnen in der außerschulischen Jugendarbeit.

Mit acht Beiträgen verschiedener AutorInnen aus Pädagogik und Wissenschaft beschäftigt sich die Publikation unter anderem mit sexueller Vielfalt im Sport, der Unsichtbarkeit von LGBT in Schulbüchern und der rechtlichen Situation von LGBT weltweit. Außerdem wird Arbeitsmaterial geliefert, um SchülerInnen Möglichkeiten vorzustellen, für eine vielfältige Gesellschaft einzutreten und sich gegen Diskriminierung zu positionieren.

„Ziel dieses Arbeitsmaterial ist es relativ viel von der Gesellschaft abzubilden und für Stereotype und Diskriminierung zu sensibilisieren, die natürlich auch unter Schülerinnen und Schülern passiert“, erklärt Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung auf dem Podium. Neben Krüger nahmen unter anderem die wissenschaftliche Leiterin und Herausgeberin des Bandes, Dr. Susanne Offen von der Leuphana Universität in Lüneburg, Charlotte Kastner von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Frauke Gützkow, GEW Vorstandsmitglied für Frauenpolitik und Phil Elsen, Gymnasiallehrer in Berlin und Mitglied der Fachkommission des bpb-Schülerwettbewerbs teil.

„Wesentliches Anliegen des Materialangebots ist es, die politische Mündigkeit von SchülerInnen in diesem komplexen Feld Sexualitäten, Geschlechter und Identitäten zu fördern“, erklärt Dr. Offen die Motivation hinter dem Band. „Es sind damit sehr unterschiedliche didaktisch begründete Lehr- und Lernwege möglich, je nach angestrebter Kompetenz und Ausgangslage der Lerngruppe.“ Das Band soll ein unverbindliches Informationsmaterial für Lehrende sein, deren vorangegangene Publikationen aus derselben Reihe, laut Krüger, auch gut genutzt würden.

Kritik aus dem Publikum gab es unter anderem zu den in der Publikation verwendeten Begriffen. So wurde kritisiert, dass im Kapitel zur rechtlichen und persönlichen Situation von LGBT*QI international von „Geschlechtsumwandlung“ und „Homo-Ehe“ die Rede sei und nicht die präziseren, und weniger negativ konnotierten, Äquivalente „geschlechtsangleichende Operation“ oder „Ehe für alle“ verwendet wurden. Dr. Offen rechtfertigte die Wahl damit, dass die HerausgeberInnen des Bandes den AutorInnen relative Freiheit bezüglich der Sprache überlassen wollten.

Dass das Thema sexuelle Vielfalt an Schulen bis heute brisant ist, zeigt unter anderem der Hass-Bus des Bündnisses „Demo für alle“ von Hedwig von Beverfoerde und CitizenGo, deren AnhängerInnen heute in Berlin gegen Schulaufklärung zu sexueller Vielfalt protestierten. Die fundamentalistischen ChristInnen plädieren dafür, sexuelle Aufklärung ganz aus dem Unterricht fernzuhalten und Aufklärung nur in den Verantwortungsbereich der Eltern zu belassen. Einer ihrer Slogans lautet „Stoppt übergriffigen Sex-Unterricht! Schützt unsere Kinder!“ Der Bus hält in insgesamt acht Städten, in Berlin waren keine Gegenproteste geplant.

Hannah Geiger

Die Publikation ist unter folgendem Link erhältlich:
pbp.de



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