Desire Paths

  • 20. Juni 2026, 16:00
  • Kleine Humboldt Galerie

NIQAF (Nature is queer as fuck) von Lauriane Daphne Carl wird in der Gruppenausstellung der Kleinen Humboldt Galerie (KHG) Desire Path zu sehen sein. Ihre Arbeit ist ein künstliches, campiges, gotisches Kirchenfenster mit unechten Röntgenbildern zahlreicher Tiere, die homosexuelles, queeres und transsexuelles Verhalten zeigen, sowie Auszügen aus dem ersten deutschen LGBTQIA+-Archiv, das von Magnus Hirschfeld gegründet wurde. In den 1930er Jahren war Hirschfeld weltweit als der „Einstein der Sexualwissenschaft“ bekannt. Der berühmte deutsch-jüdische Arzt und Sexualwissenschaftler leitete das „Institut für Sexualwissenschaft“, eine Bibliothek, ein Forschungszentrum und eine Klinik in Berlin. Dort leitete er die ersten modernen geschlechtsangleichenden Operationen, führte groß angelegte Studien zur Homosexualität durch und setzte sich bei der Regierung für LGBTQIA+-Rechte ein.
Seine Bibliothek umfasste Tausende von Büchern über gleichgeschlechtliche Beziehungen, Erotik und Gender. Als die Nazis an die Macht kamen, wurde das Institut geplündert, seine Bibliothek verbrannt – und ein weiteres Gegenarchiv von marginalisierter und übersehener Geschichte ging durch die Hand von Faschisten verloren. Wie Ann Cvetkovich es in „The queer art of counterarchive“ beschreibt: „Das ‚Archivfieber‘, das durch das Schweigen, die Vernachlässigung und die Stigmatisierung queerer Geschichten ausgelöst wurde, ist eine besonders mächtige Kraft (…) ‚Queerer Archivaktivismus‘ besteht darauf, dass das Archiv nicht nur als Aufbewahrungsort zur Sicherung von Objekten dient, sondern auch als Ressource, die in die Welt ‚herauskommt‘, um öffentliche Interventionen durchzuführen. Einige der besten Archivaktivisten waren Künstler, deren kreative Praktiken und bekennend persönliches Engagement sich für innovative Ausstellungen eignen, die das Archiv zum Leben erwecken…“
Zu sehen ist die Arbeit von Lauriane Daphne Carl in der Gruppenausstellung Desire Path der Kleinen Humboldt Galerie (KHG) zusammen mit  Arbeiten von Itchi Fleischer, Oljanna Haus, Amber Hummel und Nico Dietz & Peter Ormerod.
Die Ausstellung beschreibt Wunschpfade  als Ausdruck von Begehren und Re-Orientierung, die den Blick auf soziale Machtverhältnisse lenken, welche Bewegungen im Raum priorisieren, einschränken oder ermöglichen. 

Lauriane Daphne Carl, Itchi Fleischer, Oljanna Haus, Amber Hummel, Nico Dietz & Peter Ormerod

#Ausstellung#Mitte#Queer


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