Enad Marouf: Losers
- 30. Okt. 2026, 19:00
- Sophiensæle
Neue Arbeit des syrisch-deutschen Performance-Künstlers
In seiner neuen Performance greift Marouf Texte auf, die Geschichte aus der Perspektive der Unterdrückten und Besiegten schreiben. Die Performance bringt Walter Benjamins „Über den Begriff der Geschichte“ (1940) mit Arwa Salihs „The Stillborn“ (1996) zusammen. Benjamins „Engel der Geschichte“ blickt auf die Trümmer der Vergangenheit, während ihn der „Sturm, den wir Fortschritt“ nennen, rückwärts in die Zukunft treibt. Salih schreibt über die Nachwirkungen der ägyptischen marxistischen Studierendenbewegung von 1972 und untersucht die Desillusionierung einer revolutionären Generation sowie die Widersprüche, die sie auch danach nicht losließen. Benjamin und Salih blicken auf Geschichte nicht als glatte Fortschrittserzählung, sondern wenden sich ihrem Scheitern, ihren Verlusten und ihren unverwirklichten Möglichkeiten zu.
Verlust wird in „Losers“ nicht allein als Ende verstanden, sondern als Frage danach, was gescheitert ist, was verdrängt wurde und was vielleicht noch möglich wäre. Aus der Position der Verlierer*innen zu denken, heißt hier weniger, konkrete Antworten zu finden, als zu fragen, wie die Niederlage zu einem Raum der Reflexion und Gemeinschaft anders gedacht werden kann.
Zuvor unter dem Titel "Athar" angekündigt und nachträglich geändert.
Auf Englisch und Arabisch.
Mehr Infos hier.
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