Shakespeare: Richard III

  • 21. Okt. 2026, 19:30
  • RambaZamba Theater

Neu interpretiert als Stück über Ausgrenzung, Spott und strukturellen Ableismus

Shakespeares Historiendrama „Richard III.“, uraufgeführt um 1593, war schon zu Lebzeiten des Dramatikers einer seiner erfolgreichsten Texte. Bis heute hat die Titelfigur nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Ihre Verführungskraft liegt gerade in ihrer hemmungslos zielgerichteten, lustvoll zur Schau gestellten Amoralität. Richard ist der erste in einer Reihe von Bösewichten in Shakespeares Werk, dessen virtuose Manipulationskunst fasziniert. In der Tradition der europäischen Theatergeschichte wurde Richards körperliche „Missgestalt“ zum Symbol für moralische Verkommenheit. Diese Gleichsetzung von Behinderung mit Bösartigkeit hat sich tief in das kulturelle Gedächtnis eingeschrieben und prägt bis heute die Wahrnehmung von Körpern, die von der Norm abweichen. 

Die Inszenierung von Julia Wissert stellt diese Zuschreibung radikal infrage. Gemeinsam mit der Autorin Antigone Akgün wird Shakespeares Text überschrieben, um Richard als Figur zu entwerfen, deren Machtergreifung aus der Erfahrung von Ausgrenzung, Spott und strukturellem Ableismus entsteht. Statt als „dämonischer Tyrann“ erscheint Richard als jemand, der sich die ihm verweigerte Teilhabe mit allen Mitteln aneignet – kompromisslos, schillernd, unerbittlich.

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#Theater#ableismus

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