Theater: San Paolo – The Martyrdom of Pasolini
- 31. Okt. 2026, 20:00
- Uferstudios
Pasolinis Vision einer politischen Umkehr auf der Bühne
Was wäre, wenn ein überzeugter Faschist zum Antifaschisten würde? Ist eine solche politische Umkehr überhaupt möglich – und was bleibt von einem Menschen, wenn er seine Überzeugungen radikal verändert?
„San Paolo – The Martyrdom of Pasolini“ nimmt diese Fragen zum Ausgangspunkt für eine internationale Theaterproduktion von David Stöhr und Dirk Brauner. Grundlage ist Pier Paolo Pasolinis unvollendetes „San Paolo“-Projekt, in dem der schwule italienische Schriftsteller und Filmemacher (1922–1975) die biblische Geschichte von Saulus und Paulus in seine eigene Gegenwart überträgt. Aus dem Verfolger wird ein Verkünder: Pasolini entwirft die Vorstellung einer radikalen politischen und persönlichen Umkehr – vom Faschisten zum Antifaschisten.
Die Inszenierung führt diesen Gedanken in die Gegenwart. Angesichts des wiedererstarkenden Rechtsextremismus untersucht sie, ob und unter welchen Bedingungen eine Abkehr von einer extremistischen Ideologie möglich ist. Dabei geht es nicht um eine geläuterte Heldenfigur. Im Zentrum stehen die Widersprüche einer solchen Umkehr: Was geschieht mit Schuld, Überzeugungen und dem eigenen politischen Handeln? Und wie begegnen sich diejenigen, die verfolgt wurden, und diejenigen, die ihre Ideologie später ablegen?
In der Ankündigung heißt es: „Berlin ist dabei mehr als nur der Aufführungsort. Die Stadt ist geprägt von der Geschichte des Nationalsozialismus, von Widerstand und Teilung – und zugleich von einer Gegenwart, die durch internationale Vielfalt und gesellschaftliche Konflikte bestimmt ist.“
Sprachen auf der Bühne: Deutsch, Englisch, Farsi, Französisch, Italienisch. Mit Übertiteln in Deutsch und Englisch.
Eintritt frei
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