Vortrag: Leihmutterschaft ist kein Menschenrecht – Gender als Faktor im Recht der Reproduktion
- 1. Juli 2026, 19:30
- Bajszel
Vortrag und Diskussion
Im Kontext der Diskussion um Reproduktive Autonomie behandelt der Vortrag den auch unter Feministinnen besonders umstrittenen Bereich der Leihmutterschaft. Zu hinterfragen sind in diesem Kontext Argumente, die sich auf den Anspruch der Gleichberechtigung von Frauen und Männern beziehen. Auch geht es um die scheinbare Interessengleichheit von Müttern und Vätern, die durch die Verwendung des Paarbegriffs nahegelegt wird, wie auch um die fiktionale Trennung von schwangerer Frau und Embryo. Die Leihmutterschaft als privatwirtschaftliches Geschäft unterliegt der Logik der liberalen Marktwirtschaft, ethisch muss sie daher auch zumindest an den dort geltenden Standards gemessen werden. Die sog. Leihmutter stellt, in der Regel aus finanzieller Not, ihren Körper und ihre gesamte Person neun Monate lang in den Dienst einer fremden Person. Das Kind, das sie zur Welt bringt, wird dadurch zum käuflichen Produkt. Mit dem Wunsch nach einem genetisch „eigenen“ Kind machen Firmen große Gewinne, während die Leihmütter das körperliche und psychische Risiko tragen.
Attraktiv ist diese Möglichkeit für manche heterosexuelle sowie für einige schwule Paare. Lesbische Frauen sind nicht auf die Konstruktion der Ersatzmutterschaft angewiesen. Die Situation von heterosexuellen, schwulen und lesbischen Paaren ist in Bezug auf die körperlichen Voraussetzungen, die die Geburt eines genetisch verwandten Kindes betreffen, nicht vergleichbar. Auch der rechtliche Rahmen unterscheidet sich. Nach einer grundsätzlichen Kritik der Leihmutterschaft, wird der Vortrag auf diese Unterschiede eingehen.
Mit Dr. Sibylla Flügge
#Feminismus#Queer#Vortrag#mutterschaft
Alternativer linker Kulturort mit kleinem Speiseangebot
#Kultur#queerfriendly