Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs

Buzzfeed berichtet von weiteren Vorwürfen gegen HIV-Arzt

29. Juli 2021 Sascha Suden
Bild: canva

Zum aktuellen Strafverfahren gegen einen bekannten Berliner HIV-Schwerpunktarzt hat das Online-Magazin BuzzFeed News Deutschland neue Recherchen veröffentlicht. Mehr als 50 Männer hätten dem Medium von mutmaßlichen sexuellen Übergriffen durch den Arzt berichtet

Mehr als 50 Männer haben sich laut BuzzFeed gemeldet und dem Medium von „mutmaßlichen Grenzverletzungen, Übergriffen und sexuellem Missbrauch“ erzählt, die sie „selber, so sagen sie, durch den Arzt erlebt hätten“. Die Berichte über diese angeblichen Ereignisse erstreckten sich laut BuzzFeed auf einen Zeitraum von 1997 bis 2019.

Dem Rechercheteam „Ippen Investigativ“ der Ippen.Media-Gruppe, zu der auch BuzzFeed News gehört, hätten die mutmaßlichen Betroffenen unter anderem Situationen geschildert, in denen es zu einer Stimulierung des Penis durch den Arzt gekommen sei, zu Küssen in der Praxis oder Oralverkehr. Mehrere hätten ihre „Schilderungen mit einer Eidesstattlichen Versicherung bezeugt“. Die mutmaßlichen Opfer sollen aus unterschiedlichen Berufsgruppen stammen, darunter seien u. a. Künstler, Professoren sowie ein Rechtsanwalt und ein Psychiater.

Der Arzt steht seit April 2021 vor dem Kriminalgericht Moabit, da er in fünf Fällen angeklagt ist, seine Patient*innen sexuell missbraucht zu haben. Das Urteil in den fünf Fällen wird für den 23. September erwartet, seit April ermittelt die Staatsanwaltschaft auch noch in einem weiteren Fall.

Insgesamt weise der Arzt die Vorwürfe gegenüber BuzzFeed stets zurück, so das Medium. Sollten die zahlreichen Erzählungen jedoch stimmen, würde es sich nach Einschätzung von BuzzFeed „um einen der weitreichendsten MeToo-Fälle der vergangenen Jahre in Deutschland handeln“.

In 2019 hatten BuzzFeed News Deutschland und das Vice-Magazin erstmals ausführlich über die Vorwürfe berichtet. Der Arzt versuchte, die Berichterstattung zu untersagen, was ihm zunächst gelang: in erster Instanz wurde sie in weiten Teilen gerichtlich verboten, die entsprechenden Artikel mussten vom Netz genommen werden. Die beiden Medien gingen in Berufung und hatten vor dem Kammergericht Berlin Erfolg. Die Texte konnten großteils wieder online gehen. Seit der ersten Veröffentlichung in 2019 habe Ippen Investigativ von mehr als 60 Personen telefonisch oder per E-Mail Hinweise auf weitere Vorwürfe gegen den Arzt erhalten, mehr als 50 davon hätten angegeben, selbst betroffen zu sein.

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