Stadt

Corona-Schnelltests im KitKat

4. Dez. 2020 David Vilentchik, as
Bild: Ingo Lamb
Vor dem Lockdown im März wurde im KitKatClub noch getanzt

Ab dem 4. Dezember bietet der Berliner KitKatClub in seinen Räumlichkeiten Corona-Schnelltests an. Die Testung wird von einer Ärztin und geschultem Personal begleitet

Wie alle Clubs in Berlin hat auch das KitKat seit März geschlossen. Die Räume in der Köpernicker Straße, die sonst jedes Wochenende Anziehungspunkt für unzählige Fetisch-Fans und Feierwütige waren, stehen leer. Nun hat das KitKat die Initiative ergriffen und in seinen Räumlichkeiten eine Corona-Schnellteststation eingerichtet – und das trotz einer coronabedingt gerade reduzierten Personalstärke.

Dabei geht es dem Team in erster Linie darum, sich in der Pandemie zu engagieren: „Schnelltests bieten ein probates Mittel in verschiedenen Alltagssituationen, um das Ansteckungsrisiko individuell einschätzen bzw. minimieren zu können“, erklärt ein Mitarbeiter vom KitKat gegenüber SIEGESSÄULE. Im Moment ist es in Berlin noch relativ schwierig, an Schnelltests zu kommen. Der Vorteil von diesen so genannten Antigen-Tests ist, dass sie im Gegensatz zu den aufwendigeren PCR-Tests, die im Labor auf das Erbgut des Virus untersucht werden, bereits in weniger als 30 Minuten ein Ergebnis liefern. Sie sind allerdings auch etwas ungenauer, weil eine größere Virusmenge notwendig ist, damit ein positives Ergebnis angezeigt wird.

Perspektive zur Wiedereröffnung der Clubs?

Mit den Corona-Schnelltests verbindet sich auch die Hoffnung, dass sich Menschen in der Pandemie wieder freier bewegen können. Theoretisch könnten sie auch dazu eingesetzt werden, den Zugang zu Berliner Kulturinstitutionen wieder zu ermöglichen. „In einer längerfristigen Perspektive könnten Schnelltests tatsächlich einen Weg für die Wiedereröffnung der Clubs ebnen, aber das hängt von vielen medizinischen wie politischen Faktoren ab, die im Moment noch schwer einzuschätzen sind“, heißt es aus dem KitKat-Team. Die Chance auf eine Wiedereröffnung der Clubs bleibt also weiterhin Zukunftsmusik.

Das sieht auch Lutz Leichsenring so, Pressesprecher der Berliner Clubcommission. Schon im Oktober hatte die Clubcommission Überlegungen geäußert, Schnelltest-Bereiche vor Clubs einzurichten. Geplant seien Nachbarschaftszentren, in denen sich Ausgehwillige schnell und kostengünstig testen lassen können, bevor sie Restaurants, Bars oder auch die Oma besuchen, hatte Leichsenring am Dienstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Der KitKat ist der erste Club, der jetzt vorgeprescht ist. Weitere sollen nach dem Teil-Lockdown folgen. Allerdings gibt es dabei auch Hürden zu bewältigen: Die Errichtung von Teststationen sei hochkomplex, sagt Leichsenring gegenüber SIEGESSÄULE. „Man braucht medizinisches Personal und auch technisch ist es schwierig, bei laufendem Clubbetrieb die Registrierung von mehreren hundert Personen sowie die eigentliche Testung durchzuführen“. Jedes Lokal, jede Bar und jeder Club müsse individuell entscheiden, ob sie Tests durchführen oder andere Hygienekonzepte in Betracht ziehen. Im KitKat ist man sich allerdings sicher: „Die Schnelltests werden uns das ganze nächste Jahr begleiten.“

Testing im KitKat mit Voranmeldung

Im KitKat kann man sich in dieser Woche von Freitag, 4.12., bis Sonntag, 6.12. von 10 bis 19 Uhr testen lassen. Ab der nächsten Woche finden die Tests von Mittwoch, 9.12., bis Sonntag, 13.12. zu denselben Uhrzeiten statt. Ohne Voranmeldung geht das allerdings nicht: Zuerst müssen sich Interessierte unter check4event.de registrieren lassen. Anschließend erhalten sie einen QR-Code, der im Club gescannt wird. Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist dabei Pflicht. Der Test kostet 24,90 Euro und kann nur per Giro- oder Kreditkarte beglichen werden. Nach dem Mund-Rachen-Abstrich dauert es etwa 25 Minuten, bevor man das Testergebnis erhält. Positive Testergebnisse werden an das Gesundheitsamt übermittelt.

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#KitKat#Schnelltests