Pride Aktionen

CSD in Berlin: Sterndemo am 26. Juni geplant

18. März 2021

Über den in der Community umstrittenen CSD der „Aktionsgemeinschaft LGBTIQ Berlin e. V.“ hinaus soll es in diesem Sommer noch weitere Berliner Pride-Aktionen geben. Die Plattform CSD Berlin Pride ruft zu einer „hybriden Sterndemo“ am 26. Juni auf

Kein schlechtes Konzept in Corona-Zeiten: eine Sterndemo kann aus verschiedenen kleineren Demos mit weniger Teilnehmer*innen bestehen. Die Demos laufen auf unterschiedlichen Routen, gehören aber zusammen und bilden ein „großes Ganzes“.

Dieses Prinzip macht sich die Initiative CSD Berlin Pride diesen Sommer zunutze: Am 26. Juni sollen mehrere kleinere Demos mit jeweils eigenen Themenschwerpunkten durch Berlin ziehen. Dabei sollen sie sich aus verschiedenen Berliner Bezirken gemeinsam in Richtung Alexanderplatz bewegen, wie es in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung heißt. In enger Abstimmung mit der Versammlungsbehörde und der Polizei werde die Sterndemo coronakonform entwickelt, die Hygienekonzepte sollen regelmäßig angepasst werden. Koordiniert wird das Team des CSD Berlin Pride von Stefan Kuschner, ehemaliges Vorstandsmitglied des Berliner CSD e. V.

Der Plan wurde entwickelt, um in der Pandemie große Menschenansammlungen zu vermeiden – aber auch, so die Organisator*innen, um „den in Berlin seit Jahrzehnten in der LGBTIQ*-Community so unterschiedlichen, diversen und vielfältigen Menschen Sichtbarkeit und Raum“ zu geben. Die Initiative wolle sich von dem Gedanken verabschieden, „dass eine Institution das Monopol auf Ausrichtung einer CSD-Pride-Demonstration hat.“ Seit Ende der 90er-Jahre war die große Pride-Parade in Berlin regelmäßig vom Berliner CSD e. V. ausgerichtet worden.

Demos in Kreuzberg, Schöneberg und Prenzlauer Berg

„Die Stern-Demo mit den diversen Schwerpunkten und Strecken soll allen die Möglichkeit bieten, sich in ihrer Unterschiedlichkeit gemeinsam zu zeigen. Wir verstehen uns als politische Demonstration und starten mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten, aktuell mit drei verschiedenen Einzeldemos aus Prenzlauer Berg, Kreuzberg und Schöneberg“, wird in der Pressemitteilung weiter ausgeführt.

Der „Eastpride“ beschäftigt sich inhaltlich mit der Lesben- und Schwulenbewegung in der DDR und in Ostberlin. Er startet an der Gethsemanekirche im Prenzlauer Berg und beginnt mit einem evangelischen Gottesdienst. Die Situation der queeren Infrastruktur in der Pandemie ist Thema der in Schöneberg startenden Demo, die von LGBTI*-Aktivist Nasser EL-Ahmad organisiert wird. Gemeint sind damit unter anderem Kulturschaffende oder die Club-, Gastro- und Eventbranche. Eine weitere Demo ab Kreuzberg hat antirassistische und queerfeministische Schwerpunkte und wird von Akteur*innen der QTBIPOC*-Community gestaltet. Darüber hinaus können weitere Demonstrationen angemeldet werden. Unterstützung bei der Anmeldung und der Erstellung eines Hygienekonzeptes finden Interessierte auf csdberlinpride.de.

Viertägige CSD-Pride-Week

An insgesamt vier Tagen gibt es außerdem Livestreams mit Schwerpunkten und Interviewpartner*innen.

Die Sterndemo soll der Auftakt für eine CSD-Prideweek sein (26. bis 29. Juni), in der sowohl die Demonstrationen live übertragen, als auch Talks und Diskussionsrunden stattfinden werden. Schwerpunkte sind bisher Antirassismus, Diversität, die Asylpolitik Deutschlands, Trans* und Intergeschlechtlichkeit und die Geschichte der Lesben- und Schwulenbewegung in der DDR. Beteiligt sind u. a. die Musikerin und Moderatorin Achan Malonda, Konstantin Sherstyuk von Quarteera e. V. und Ria Cybill Geyer, erweiterter Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti).

Vorläufer der Sterndemo war die am 27.6.2020 in Berlin organisierte alternative Pride-Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmer*innen, die unter anderem von Nasser El-Ahmad und Stefan Kuschner auf die Beine gestellt worden war. Die Aktion stand unter dem Motto „Save our Community, Save our Pride“ und wandte sich u. a. an die Berliner Politik mit der Forderung, die queeren Kulturschaffenden und Gastronom*innen in der Krise zu unterstützen.

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