Kultur

Divers de luxe: Queere Acts beim 7. Pop-Kultur Festival

16. Aug. 2021 Markus von Schwerin
Bild: Hasibe Lesmann, Fashion: Sina Marinkovic
Kuoko

Etliche queere Künstler*innen spielen beim diesjährigen Pop-Kultur-Festival in der Kulturbrauerei auf. SIEGESSÄULE fasst zusammen

Auch wenn sich die Quote an queeren Künstler*innen seit dem 2015er-Beginn stets gut ausnahm, wird die internationale LGBTIQ*-Szene bei „Pop-Kultur“ inzwischen so facettenreich widergespiegelt wie zuletzt in Berlin nur beim seligen „Yo!Sissy“-Festival. Zumal von Co-Kuratorin Yesim Duman („Erdogay“) mit der Çaystube mitten auf dem Kulturbrauerei-Gelände schon 2019 ein Begegnungsort geschaffen wurde, an dem sich sowohl Festivalbesucher*innen ausruhen als auch Zufallsgäste ohne Ticket in der Tasche einfinden und Performatives erleben konnten.

Schwule Liebeslieber in der Çaystube

Bei der 2021er „Pop-Kultur“-Ausgabe kommen die Veranstalter*innen zwar nicht um Tagestickets als coronakompatibles Regulativ herum, aber für die gebotene Vielfalt allein an queeren Acts und LGBTIQ*-bezogenen Diskussionen sind die Preise überaus moderat.

So wird am Auftaktsmittwoch Adir Jan, dessen „Cosmopolitan Kurdesque“-Sound sonst in großen Hallen für Begeisterungsstürme sorgt, seine schwulen Liebeslieder in der Çaystube zum Besten geben, während der mit allen Slits-/Suzi-Quatro-Referenzen gewaschene Powerpop von Albertine Sarges keine Mühen haben dürfte, das Kesselhaus zum Kochen zu bringen. Englischsprachige Torch Songs bringt dann am Tag darauf im Frannz Garten der 22 Jahre junge Pianist Finn Ronsdorf zu Gehör. Ebenso offenherzig, aber nicht ganz so expressiv sind die Blue-Eyed-Soul-Preziosen des auch in Jazz-Kreisen geschätzten Kanadiers Dan Bodan, der wiederum in der Çaystube zum Mikrofon greifen wird.

Dort wird Samstagnachmittag auch die Hamburgerin Kuoko auftreten, deren Selbstbehauptungshymnen im Electropop-Kleid wie geschaffen scheinen für das von Muri Darida moderierte Panel „Musikalische Brüchigkeit und Widerstand im Körperlichen“. Welch weitreichende Folgen die jährlich vergebenen „Commissioned Works“ haben können, lässt sich schön an Masha Qrellas 2019er Vertonungen von Thomas-Brasch-Gedichten verdeutlichen, die mittlerweile in die Charts kamen und nun komplett präsentiert werden. In diesem Jahr wurden u. a. die trans* Performerin Mandhla (vom QTBIPoC-Kollektiv House Of Living Colors) und die in Mosambik geborene Sängerin/Kontrabassistin Natalie Greffel mit Auftragswerken betraut, welche die afrikanischen Einflüsse in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts nachzeichnen. Und schließlich sorgen KARMA-SHE aus Jerusalem, die Berliner R&B-Hoffnung Lie Ning und Drangsal für eine variantenreiche Saturday Night.

SIEGESSÄULE präsentiert

Pop-Kultur, 25.–28.08., Kulturbrauerei

Weitere Infos zum Programm unter: pop-kultur.berlin

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