Meldung

Facebook sperrt Seite des Schwulen Museums

11. Juni 2021 as
Bild: Ralf Rühmeier / SMU
Zensierte Fassung der Fotografien von Zanele Muholi

Am Donnerstag wurde die Facebook-Seite des Schwulen Museums gesperrt. Das gab das Museum heute in einer Pressemitteilung bekannt.

Der Grund: Geplant war ein Post mit Fotografien der südafrikanischen Künstlerin Zanele Muholi, auf denen unbekleidete Frauen zu sehen sind, allerdings keine Genitalien oder sexuelle Handlungen.

Laut Pressemitteilung reichte dies, „um die Facebook-Zensoren in Wallung zu bringen.“ Facebook soll den geplanten Post mit der Meldung versehen haben, dass er gegen „Gemeinschaftsstandards zu Nacktdarstellungen“ verstoße. Deswegen wurde das gesamte Konto des Museums auf „nicht öffentlich“ gestellt. Das Museum bekam noch die Gelegenheit, sich über einen entsprechenden Button über die Entscheidung zu beschweren. Danach war die Seite auch für die Administrator*innen nicht mehr zugänglich.

SMU-Sprecher Daniel Sander sagte, dass diese Entscheidung gleichzeitig eine Katastrophe und ein Skandal sei: „Weltweit solidarisieren sich Unternehmen anlässlich des Pride Monats mit der LGBTIAQ+ Community – und das größte soziale Netzwerk nimmt dem Schwulen Museum wegen der Darstellung von queerer Kunst einer Schwarzen Fotografin seine Stimme.“

Im Moment bleibe dem Museum nichts anderes übrig, als abzuwarten, ob Facebook die Entscheidung zurücknehme. Eine direkte Kommunikation mit Facebook sei laut Sander nicht möglich.

Update 11.06., 15:00: Nachdem der Einspruch von Facebook überprüft wurde, ist das Facebook-Konto des Schwulen Museums nicht länger gesperrt.

Bild: Ralf Rühmeier / SMU
Zanele Muholi: „Musa Ngubane and Mabongi Ndlovu, Hillbrow, Johannesburg“; „Nomsa Mazibuko and Fondo, outside the Hope Unity Metropolitan Community Church, a gay church, during Good Friday, Mayfair, Johannesburg“; „Katlego Mashiloane and Nosipho Lavut

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