Release am 8. März

Feministisches Bier: Muschicraft kommt nach Berlin

28. Feb. 2023 Lara Hansen
Bild: Isabella Simon

In Wien wird das „feministische Bier" Muschicraft gebraut! Zum Internationalen Frauenkampftag am 8. März kommt es auch in Berlin auf den Markt

Bier ist nur für cis Männer? Um diesem patriarchalen Klischee etwas entgegenzusetzen, kreierte die Wienerin Sophie Tschannett ihre eigene Biermarke: Muschicraft. Dementsprechend ziert das Etikett ihres Craftbiers eine bunte Vulva.

Die Idee zu dem Namen Muschicraft kam Sophie bei einem Tretboot-Ausflug auf der österreichischen Donau im Sommer 2020. Eine Freundin erzählte davon, wie eines ihrer Arbeitsprojekte ungerechtfertigt an ihre männlichen Kollegen ging. Sie ließ sich das nicht gefallen und stellte die ebenso männlich dominierte Chefetage zur Rede. Sophie hatte von ihrer Freundin nichts anderes erwartet und kommentierte ihre Geschichte spontan mit den Worten: „Du hast halt die Ur-Muschikraft.“

Das Wort inspirierte Sophie zunächst dazu Vulvensticker zu designen. Doch ihr Durst nach Veränderung (und Bier) brachte sie schließlich auf die Idee ein „feministisches Bier" auf den Markt zu bringen, das mit dem Machogehabe und den oft noch dominierenden Rollenbildern – Frauen servieren, Männer trinken – in der Werbung bricht.

„Ich liebe Bier“, erzählt sie SIEGESSÄULE. Doch das Getränk, das weltweit über den Tresen geht, werde bis heute größtenteils an Männer vermarktet. „Da ist immer die Assoziation mit oberkörperfreien Typen, die durch den Wald oder zum Bach gehen und dort Bier trinken“, so Sophie.

Symbol für fehlende Geschlechtergerechtigkeit

Im März vergangenen Jahres feierte die Marke Muschicraft in Wien als fruchtiges Pale Ale ihr Debut. Das Bier stieß allerdings einigen sauer auf: unter anderem bei fragilen Männern, die fürchteten, Muschicraft würde bald dazu führen, dass sie in der Bar kein Bier mehr bestellen dürften und bei besorgten Müttern, die meinten, Sophies Getränk würde ihre Kinder „versauen“.

„Wenn Leute eine Vulva sehen und sofort pornografisch denken, sagt das viel über unsere Gesellschaft aus“, so Sophie. Die Vulva solle symbolisch auf die fehlende Geschlechtergerechtigkeit aufmerksam machen. Dabei möchte sich Sophie von einem Feminismus, der trans* Personen ausschließt, distanzieren. „Die nachhaltige Zerschlagung des Patriarchats schaffen wir nur alle gemeinsam", heißt es auf der Webseite der Biermarke.

Berliner Edition

Pünktlich zum Internationalen Frauenkampftag bekommt der Gerstensaft aus Wien in diesem Jahr auch eine Berliner Edition. In der Neuköllner Bar Lager Lager in der Pflügerstraße soll es am 8. März ab 16 Uhr ein Release-Event geben. Zunächst wird das Getränk nur in ausgewählten Lokalen in Kooperation mit der Brauerei BRLO Berlin ausgeschenkt. „Im Idealfall kommen danach die Spätis“, so Sophie. Zehn Cent gehen bei jedem Kauf an den feministischen und antirassistischen Frauen*verein International Women* Space (IWS).

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#Muschicraft#Frauenkampftag#Feminismus#Bier