40 Jahre Begine

„Gemeinsam in die Zukunft“ – Happy Birthday, Begine!

20. Okt. 2026 Anette Stührmann
Bild: Begine-Archiv
Begine-Eröffnungsfeier am 18.10.1986

Das Haus in Schöneberg wurde 1981 von Frauen besetzt und instandgesetzt. Die 1986 dort eröffnete Begine feiert dieses Jahr ihren 40. Geburtstag. Heute ist sie Berlins einzige Kulturstätte ausschließlich für FLINTA*

„Gemeinsam leben und arbeiten“ hieß es in den frühen 1980ern auch für das besetzte Haus in der Potsdamer Straße 139, in dessen Erdgeschoss 1986 die Begine eröffnete. Wohnraum sollte geschaffen werden, was vom Senat mit einem Sanierungszuschuss unterstützt wurde. Damit verbunden war die Auflage, neben der Beauftragung von Baufirmen auch selbst mitzuarbeiten. So wurde geräumt, gemauert, verputzt, tapeziert, und in den renovierten Räumen gab es erste Wohnmöglichkeiten sowie Selbsthilfe- und Beratungsgruppen – auch ein Vereinscafé wurde eingerichtet.

Erfolgsrezept: vielfältiger Mix

„Während alle Frauenprojekte damals auf ehrenamtlicher Basis stattfanden, gibt es heute etwas Förderung vom Senat, für die Kulturarbeit“, sagt Projektleiterin Katharina Pewny. „Die Kneipe ist jedoch weiterhin ein eigenständiger Geschäftsbetrieb.“ Mit der Fördersumme der Senatsverwaltung werde ein Teil der Miet- und Bürokosten abgedeckt, außerdem die Kosten für drei Teilzeitstellen und etwas Honorarmittel: „Das ist eine große Hilfe, um unsere Angebote kreativ und aktuell halten zu können.“ Pewny führt den anhaltenden Erfolg auf den vielfältigen Mix aus sozialer Beratung, Selbsthilfe, Kultur und Unterhaltung zurück. Auch die Frauenkneipe sowie das Engagement von Honorarkräften und Ehrenamtlichen, die Veranstaltungen organisieren und das kulturelle Programm bereichern, trügen dazu bei, dass die Begine für Frauen verschiedener Generationen unverzichtbar sei.

FLINTA* würden zudem auf „unterschiedlichen Ebenen angesprochen“, sowohl künstlerisch als auch intellektuell und kulturell, mit Tanz, Bewegung und Ukulele-Unterricht, in Workshops zu Empowerment und Gewaltprävention, mit Diskussionsgruppen, Lesungen, Ausstellungen und Konzerten. „Und seit einiger Zeit bieten wir auch Workshops für Frauen an, die neu in Berlin sind, um sich hier sozial zurechtzufinden“, so Pewny. Wichtig ist den Betreiberinnen vor allem das integrative Selbstverständnis des Frauenkulturzentrums. „Unser Haus steht allen offen, die sich als Frauen identifizieren; dazu gehören natürlich auch nonbinäre, inter* und trans* Personen“, betont Pewny.

Neue Betreiberin der Begine-Bar

Die lange Geschichte der Begine bringt auch Veränderungen mit sich, etwa den bevorstehenden Betreiberinnenwechsel der Begine-Bar. Das Team freut sich auf die Nachfolgerin Sam Königsmann: „Sie ist eine erfahrene Eventmanagerin und Gastronomin, mit der wir uns freuen, demnächst gut zusammenzuarbeiten. Gemeinsam gehen wir in die Zukunft“, so Pewny. Königsmann selbst geht ebenfalls davon aus, dass sie eng und vertrauensvoll mit Begine-Kultur zusammenarbeiten wird: „Zusammen mit Begine-Kultur möchte ich den Frauen*treff mit wohlwollender kreativer Energie stärken und wundervolle Events kreieren.“

Worauf sich Königsmann und Pewny beide schon freuen, sind die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Bar- und Kulturstätte: Los geht‘s am 10. Oktober mit der Vernissage der Ausstellung über die Geschichte der Begine. „Die Ausstellung, die von der Schöneberger Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Julia Selge eröffnet wird, zeigt anhand von Archivfotos die Geschichte eines der wichtigsten Frauenorte Berlins“, sagt Pewny. Auch nach der großen Jubiläumsparty sollen im November die Festivitäten weitergehen.

Begine-Jubiläum:
23.10.,18:00,
Ausstellung, Quiz, Showprogramm: Musik mit den Ukuladies, Amy Protscher (Gesang), Lesung mit Traude Bührmann, Moderation: Sigrid Grajek

begine.de

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#40. Jubiläum#Begine#FLINTA*

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