Inklusion

Idee für gendergerechte Sprache: Dasling

8. Apr. 2021 Liv Toerkell
Bild: Dasling
Robin Wurzel

Das Thema Gendern in der deutschen Sprache sorgt derzeit wieder für hitzige Debatten. Das Anliegen ist aber nicht neu: Seit Jahren wird nach Lösungen gesucht, um niemanden auszuschließen, unsichtbar zu machen oder falsch anzusprechen. Robin Wurzel hat einen ganz eigenen Vorschlag entwickelt: das „System Dasling“ soll Sprache inklusiver gestalten. Dabei handelt es sich um eine Art neues Wörterbuch, das Robin auf der Website dasling.de präsentiert

Anstatt in der Debatte um geschlechtergerechte Sprache eine nicht binäre Person als „eine*n Mitarbeiter*in“ vorzustellen und somit zwei Gender und die Genderpause zu benutzen, ist die Idee hinter Dasling eine andere. Dasling entfernt genderspezifische Suffixe, wie „-er“, und ersetzt sie durch „-ling“. So entstehen genderneutrale Personenbezeichnungen, wie zum Beispiel „das Mitarbeitling“, die relativ wenig an der alltäglichen Sprache verändern würden.

Robin kommt eigentlich aus der Grafikbranche, mit einer Vorliebe für Typografie, und hofft, dass mit Dasling auch Menschen erreicht werden können, die sich dem Gendern bisher verschlossen haben. „Die Genderkeule wirkte bisher wohl immer etwas abschreckend, die Entgenderkeule vielleicht weniger.“

Die Website ist seit Mitte Februar 2021 online und hat positives Feedback bekommen. Zu der Anmerkung, dass die Endung „-ling“ verniedlichend wirkt, sagt Robin: „Tatsächlich gibt es im Deutschen auf ,-ling’ endende Wörter aus den verschiedensten Bereichen und mit den verschiedensten Assoziationen, die absolut nicht verniedlichend gemeint sind, wie zum Beispiel Zwilling oder Häftling. Dennoch denke ich, dass genau da der Vorteil gegenüber anderen Systemen liegen kann: Die Wörter, und damit das System, werden im ersten Eindruck positiv aufgenommen.“

Ein anderer Einwand: der Artikel „das“, der die Wörter als genderneutraler Artikel begleitet, würde Menschen versachlichen. Dem Argument könne entgegnet werden, dass es ja bereits zahlreiche Substantive gibt, wie z. B. „das Staatsoberhaupt“ oder „das Genie“, die Personen mit einem neutralen Artikel ansprechen, so Robin.

„Vor allem im alltäglichen Sprachgebrauch, wenn keine Zeit bleibt, eine genderneutrale Formulierung nachzuschlagen“, sei Dasling eine einfache Möglichkeit, die Sprache vom Wortstamm aus in eine gendergerechte, entgenderte Version zu bringen. Es erfordere zwar etwas Umgewöhnung, aber um einen diskriminierungsfreien Raum zu schaffen, wäre dieser Aufwand wichtig. „Wir wollen als Individuen gesehen werden. Jeder Mensch ist doch ein Individuum – das Individuum. Das würde ich mit meiner Sprache gerne ausdrücken“, fasst Robin seine Vision zusammen.

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