Projekt von RuT – Rad und Tat

Inklusives Queeres Zentrum (IQZ): Barrieren abbauen, Zugänge schaffen

30. März 2026 Patricia Fritze
Bild: IQZ/RuT
Hilkje Kempka, Steph Streit und Ariane Bürkner (v.l.n.r.)

Das Inklusive Queere Zentrum (IQZ) in Berlin berät, begleitet und vernetzt zum Thema Barrierefreiheit – nicht nur in der queeren Szene. Wir sprachen mit Steph Streit und Hilkje Kempka vom Projektteam

Der Treffpunkt ist an der Kinokasse, die Vorstellung beginnt gleich. Der Ort gilt als barrierefrei. Erst vor Ort zeigt sich: Die Tür ist schmaler als angekündigt, der Rollstuhl passt nicht hindurch. Der Abend endet, bevor er begonnen hat. Solche Situationen entstehen dort, wo Zugänglichkeit angekündigt wird, aber in der Praxis den Ansprüchen nicht genügt. Genau hier setzt die Arbeit des Inklusiven Queeren Zentrums (IQZ) an. Das Projekt gehört zum Verein RuT – Rad und Tat und wird durch die Landesantidiskriminierungsstelle gefördert.

„Barrieren entstehen oft dort, wo sie niemand mitdenkt, und auch wir lernen kontinuierlich dazu“, sagt Steph Streit, Teil des Projektteams. Die Barrierechecks richten sich vorrangig an queere Organisationen und Initiativen. Für einen solchen Check findet eine kostenlose Vor-Ort-Begehung statt. „Nichts muss alles auf einmal. Das Wichtigste ist, anzufangen“, ergänzt Hilkje Kempka, ebenfalls Teil des Teams. Ziel ist es, bestehende Hürden sichtbar zu machen und konkrete, umsetzbare Handlungsempfehlungen zu entwickeln – ohne Bewertung oder Bloßstellung.

„Uns ist bewusst, dass ein Barriereabbau oft mit Kosten verbunden ist. Vieles ist aber bereits da, vieles lässt sich auch improvisieren. Wichtig bleibt: Barrierefreiheit ist kein Kompromiss.“

„Niemand wird hier an den Pranger gestellt“, sagt Streit. „Uns ist bewusst, dass ein Barriereabbau oft mit Kosten verbunden ist. Vieles ist aber bereits da, vieles lässt sich auch improvisieren. Wichtig bleibt: Barrierefreiheit ist kein Kompromiss.“ Oft sind es vermeintlich kleine Veränderungen, die für Betroffene einen entscheidenden Unterschied machen. Dazu zählen etwa Informationen in einfacher Sprache, aber auch Lichtverhältnisse. Grelles Deckenlicht oder flackernde LEDs können Räume für manche Menschen unbenutzbar machen, selbst wenn sie baulich zugänglich sind.

Fahrstuhl ist nicht gleich Fahrstuhl

Ebenso zentral ist eine präzise und verlässliche Kommunikation über bestehende Barrieren und Zugänge. So ist etwa ein Fahrstuhl nicht gleich ein Fahrstuhl: Was als Aufzug ausgewiesen wird, erweist sich mitunter als Hublift, der bestimmte Elektrorollstühle aufgrund des Traggewichts nicht befördern kann. Solche Unterschiede zu erkennen und transparent zu machen, versteht das IQZ als grundlegenden Teil einer inklusiven Praxis. Das IQZ steht als Wegbegleiter zur Verfügung und bleibt so lange ansprechbar, wie es gewünscht ist. Auch in Sachen Finanzierung bietet das Projekt Beratung zu bestehenden Fördermitteln an. So können etwa Veranstaltungen barrierefrei umgesetzt, Übersetzungen zwischen Gebärden- und Lautsprache ermöglicht oder barrierefreie Websites und Fortbildungen realisiert werden.

Eine weitere Säule der Arbeit des IQZ sind regelmäßige Gruppenangebote. Dazu zählt das „Queer In“, das durch monatliche digitale Treffen sowie ein jährliches Zusammenkommen in Präsenz Austausch für behinderte LGBTIQ* schaffen soll.

Ergänzt wird das Angebot durch Workshops und Fachveranstaltungen. Wichtig ist dem Team, dass sich alle willkommen fühlen: Es gibt weder Altersbeschränkungen noch formale Zugangsvoraussetzungen. „Es ist ein Raum des Zusammenkommens, und wie dieser gefüllt wird, liegt ganz bei den Teilnehmenden selbst“, so Kempka.

Iklusives Queeres Zentrum: IQZ
Website: rut-berlin.de/inklusives-queeres-zentrum,
Instagram: @iqz_ inklusivesqueereszentrum,
E-Mail: IQZ@rut-berlin.de,
Tel.: 030 77 20 81 61

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