Fehlendes Impfangebot

Kampf gegen Affenpocken: LSVD kritisiert Bundesregierung

4. Aug. 2022 as
Bild: canva

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) hat am 4. August die Bundesregierung für fehlende Impfangebote gegen das MPX-Virus kritisiert

Hintergrund ist die ausbleibende Versorgung mit Impfstoff gegen die Affenpocken. Die rund 9.500 Impfdosen, die Berlin zur Verfügung gestellt bekommen hat, sind nach mehreren Medienberichten mittlerweile nahezu aufgebraucht. Wann genau Nachschub kommt, ist im Moment unklar. Wer einen Impftermin möchte, landet in der Regel - wenn überhaupt - auf einer Warteliste.

„Die Bundesregierung und die Länder lassen bei der Beschaffung und Verteilung des Impfstoffes gegen das MPX-Virus unsere Community im Stich"

Alfonso Pantisano aus dem Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) übte nun scharfe Kritik an dieser Situation. In einer Pressemitteilung des LSVD sagte er: „Es ist unfassbar, dass die Bundesregierung und die Länder bei der Beschaffung und Verteilung des Impfstoffes gegen das MPX-Virus unsere Community im Stich lassen. Statt eine klare Impfstrategie vorzulegen und für eine bedarfsgerechte Beschaffung von Impfdosen zu sorgen, reagieren das Bundesgesundheitsministerium und die Gesundheitsministerien der Länder nur zögerlich und verschleppen eine bedarfsgerechte Verteilung unter den Bundesländern." Denn gerade in der queeren Community, vor allem unter Männern, die Sex mit Männern haben, sei die Nachfrage nach dem Impfstoff hoch.

„Dieser Vertrauensverlust wäre fatal"

Pantisano wirft den zuständigen staatlichen Institutionen vor, den Eindruck entstehen zu lassen, dass so lange das MPX-Virus angeblich nur eine vermeintliche Minderheit betrifft, kein erhöhter Handlungsbedarf bestünde. „Dieser Vertrauensverlust wäre fatal", betont er. Auch Kinder hätten sich mittlerweile infiziert. Das MPX-Virus betreffe nicht nur die Community, sondern bedrohe die gesamte Bevölkerung.

Kritik wird sowohl an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach als auch an der Berliner Gesundheistsenatorin Ulrike Gote geübt. Pantisano fordert Lauterbach auf umzusteuern und eine ausreichende Impfstoffversorgung zu gewährleisten. „Die Entscheidung der Bundesregierung, vorerst keine weiteren Dosen des Affenpocken-Impfstoffs zu bestellen, ist fahrlässig und erfüllt uns mit Sorge. Die von der Deutschen Aidshilfe geforderten eine Million Impfdosen sollten zügig beschafft werden. Die Bundesregierung muss alles daransetzen, dass die Produktion des dringend benötigten Impfstoffes ausgebaut wird."

Das Bundesgesundheitsministerium und die Länder müssten dafür sorgen, dass die vorhandenen Impfdosen auch dort verteilt werden, wo sie wirklich benötigt werden: „Es ist nicht hinnehmbar, dass einige Bundesländer Impfstoffe übrighaben und Hotspots wie Berlin auf dem Trockenen sitzen." Von der Gesundheitssenatorin Ulrike Gote erwarte er ein entschlossenes Handeln: „Bund und Länder müssen im Kampf gegen das MPX-Virus effektiv zusammenarbeiten und eine klare Kommunikation und Zusammenarbeit mit unserer Community sicherstellen. Die derzeitige Stille aus den Gesundheitsministerien ist unerträglich."

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