Gaming trifft Diaspora-Sounds: „NEXT LVL“ von İÇ İÇE und ADIRA
Seit 2020 vereint das İÇ İÇE Festival für anatolische Musik postmigrantische und queere Perspektiven. Mit neuer Förderung setzt das Festival auf neue Schulterschlüsse mit verschiedenen Kollektiven. Der nächste Termin ist schon diesen Sonntag: Beim Event „NEXT LVL“ trifft Arabic Pop auf anatolische Sounds in einer dafür ungewöhnlichen Location, dem Center für Videospiele und E-Sports LVL World of Gaming
Während Hater behaupten, Berlins Nachtleben sei Game Over, kollaborieren zwei Berliner Kollektive und bringen es stattdessen auf’s „NEXT LVL“: Unter diesem Titel brechen Adira, die arabische queere Clubreihe, und İÇ İÇE, die Plattform für zeitgenössische anatolische Musik die Grenzen zwischen Gaming und Party auf. Doch es geht um mehr als Gaming-Nostalgie: „Durch das Queering dieses normativen Raums schaffen wir eine kurze Pause von den harten Realitäten unserer Communitys“, erklären die Organisator*innen in ihrem Instagram-Post. Zwischen zwei Tanzflächen, endlos vielen Videospielen und einer Karaoke-Stage entsteht so von 15 bis 23 Uhr ein Raum zum gemeinsamen Heilen und Feiern im Gaming Center.
„Bei NEXT LVL zeigen sich alle von ihrer verspielten Seite!“, sagt Melissa Kolukisagil, künstlerische Leiterin und Gründerin von İÇ İÇE gegenüber SIEGESSÄULE. Hassandra und Xanax_Attax legen den vertrauten Adira-Pop-Mix auf, Yaso, DJ Ay Ay Ay, Elyas Arayess, Berfusra und Newcomer*innen wie Sound Sisters stehen neben Clubgrößen wie Meg10 ebenfalls auf dem Programm. „Viele Artists aus unserem Line-up meldeten uns bereits, dass sie etwas ganz Besonderes vorbereiten“, verrät die Co-Organisatorin. Dass diese beiden Communitys zusammenarbeiten würden, sei nur eine Frage der Zeit gewesen. Mit dem Gaming Center haben sie einen spannenden Ort dafür gefunden.
Hybride Identitäten
Das eigentliche İÇ İÇE Festival findet am 20.06. im Festsaal Kreuzberg statt. İÇ İÇE versteht sich seit 2020 als Plattform für „hybride Identitäten und Mehrfachzugehörigkeiten“. Anatolische Musik ist dabei eine lebendige Praxis, geprägt von Migration, Heimat, aber auch Queerness. „Das Label neue anatolische Musik ist bewusst breit auslegbar gewählt“, erklärt Kolukisagil. „Von Rap über folkloristisch angehauchten Queer-Pop bis Techno ist auf dem Festival wirklich alles vertreten.“ Die Aftershow-Party wird in diesem Jahr erstmalig auf der Hoppetosse stattfinden.
„Das Label neue anatolische Musik ist bewusst breit auslegbar gewählt. Von Rap über folkloristisch angehauchten Queer-Pop bis Techno ist auf dem Festival alles vertreten.“
Das Festival ist schon länger ein Sprungbrett für Newcomer*innen und lockt immer wieder Zuschauer*innen auf der Suche nach neuer Musik an. Nach Kürzungen im vergangenen Jahr kann das Festival dank öffentlicher Förderungen in diesem Jahr wieder niedrigschwellig bleiben. Mit 28 Euro für ein Festivalprogramm von 15 Uhr bis 6 Uhr morgens und zahlreichen Acts ist der Preis für viele noch erschwinglich. Wie es in den nächsten Jahren mit öffentlicher Förderung jedoch weitergeht, stehe wie bei den meisten freien Kulturinitiativen noch in den Sternen. Aber: „Es ist immer eine gute Antwort, sich zusammenzutun“, meint Kolukisagil. „Besonders, wenn die Menschen sich immer weniger Nachtleben leisten können. Wir merken, dass nicht nur Fördergelder knapp werden, sondern auch die finanziellen Ressourcen unserer Communitys.“ Deshalb wird es auch für „NEXT LVL“ auf Anfrage wieder Soli-Tickets geben.
Wer es bis zum İÇ İÇE Festival im Juni also kaum noch aushalten kann, kann sich diesen Sonntag ab 15 Uhr beim anatolisch-arabischen Soundmix schon mal wahlweise warmspielen oder warmtanzen.
İÇ İÇE x ADIRA: Next LVL
19.04., 15:00 – 23:00
Programm von İÇ İÇE in Berlin:
19.04., İÇ İÇE x ADIRA: Next LVL – LVL,
19.06., BİZ BİZE 2026 – Gropius Bau,
20.06., İÇ İÇE 2026 – Festsaal Kreuzberg,
22.08.2026, IÇ IÇE x ELSE – ELSE
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