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Projekt im Kiez-Zentrum „Villa Lützow“

Raum für Trauer und Tod: „Queer Death Café“

7. Sept. 2023 Marlon Jungjohann
Bild: Sergio Andretti
Gruppenleiter*in Raf Beck (re.) und Anouk Mayadoux vom Projekt „Villa inklusiv!“ (li.)

Die Themen Trauer und Tod stellen die LGBTIQ*-Community vor besondere Herausforderungen. Das „Queer Death Café“ im Kiez-Zentrum „Villa Lützow“ will Hilfestellung geben und Trost spenden

Der Tod macht nicht alle Menschen gleich. Gerade wenn es um das Sterben und Trauern geht, offenbaren sich für queere Menschen besondere Herausforderungen: „Zwischen uns gibt es Dynamiken, Verbindungen und Beziehungen, die außerhalb der Norm liegen und oft nicht anerkannt werden – vom Gesetz, von Arbeitgeber*innen, von der Familie oder auch von einigen Freund*innen“, sagt Raf Beck. „Viele von uns haben Familien, die nicht unbedingt unsere biologischen Familien sind. Schon oft war das der Grund dafür, dass man einen geliebten Menschen nicht im Krankenhaus besuchen durfte.“ Strukturelle Ungleichheiten und fehlende Sichtbarkeit queerer Beziehungen hätten einen großen Einfluss darauf, wie Menschen trauern würden und welchen Rückhalt sie bekämen.

Ängste über Tabuthema Tod abbauen

Sorgen teilen, Fragen stellen, über Verlust sprechen: Raf leitet das englischsprachige „Queer Death Café“ in Berlin-Tiergarten, das im Rahmen des Projekts „Villa inklusiv!“ stattfindet. Zu den Treffen, die in dreimonatlichen Abständen im Kiez-Zentrum Villa Lützow stattfinden, lädt Raf Queers aller Altersgruppen und Lebenslagen ein. „Talking and breaking taboos“ heißt das Motto, unter dem die Teilnehmenden im kleinen Kreis, im Zweiergespräch oder in der Gruppe zwei Stunden lang ihre Gedanken über den Tod aussprechen können. „Es ist umsonst und ein vertraulicher Ort, an dem alle willkommen sind.“

Das Queer Death Café ist offen für Menschen, die sich um ihren eigenen Tod Sorgen machen, Angst vor ihm haben oder „sich einfach mal mit dem Tod beschäftigen wollen“, fasst Raf die Prinzipien des „Queer Death Cafés“ zusammen.

„Das Queer Death Café ist umsonst und ein vertraulicher Ort, an dem alle willkommen sind.“

Vorgaben, worüber genau und auf welche Weisen die Gespräche ablaufen sollen, gibt es nicht. „Manchmal finden es die Leute schwierig, keinen Leitfaden an die Hand zu bekommen. Für den Fall, dass eine Diskussion sich erschöpft, bringe ich zusätzliche Fragen mit. Aber das passiert nur sehr selten.“

Raf selbst ist Profi in Sachen Workshops: Schon in seiner*ihrer Heimat London hat er*sie Bildungsprojekte zu queerer Liebe oder Fetisch durchgeführt. Jetzt arbeitet Raf als Coach in Berlin. Das erste „Death Café“ eröffnete ursprünglich im Jahr 2011 in London. Mittlerweile haben Organisationen auf der ganzen Welt die Idee aufgegriffen. So auch die Villa Lützow, in der nun queere Menschen einen Safer Space finden, um zu teilen, was sie rund um den Tod bewegt. Auch wenn das „Queer Death Café“ keine Trauerberatung ist, „hören alle zu, man ist nicht alleine“, sagt Raf. „Für mich ist das eine der Sachen, die wirklich schön an dem Projekt sind.“

Queer Death Café
08.09. und 08.12.,
18:30–20:30,
Kiez-Zentrum „Villa Lützow“
Keine Anmeldung erforderlich!

Mehr Infos: kiez-zentrum-villa-luetzow.de

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