Contest 2021

Trans-Aktivist ist Mr. Gay Germany: „Ein klares Statement: wir gehören dazu!“

21. Dez. 2021 fs
Bild: Stefan Kraushaar
Max Appenroth ist der neue Mr. Gay Germany

Max Appenroth hat als erste trans Person den Mr. Gay Germany-Contest gewonnen. Beim Finale in Köln am vergangenen Wochenende setzte er sich gegen sechs Mitbewerber durch. Gegenüber SIEGESSÄULE erzählt Max, was ihm die Wahl bedeutet und was er als nächstes vorhat

Max Appenroth, 35, promoviert derzeit am Institut für Public Health der Charité in Berlin. Außerdem ist er in Sachen trans und queere Rechte und als Diversity-Berater aktiv. Für SIEGESSÄULE schrieb er schon einen vielbeachteten Kommentar zu Transfeindlichkeit in der schwulen Szene. Beim Mr.-Gay-Germany-Contest trat Max mit der Kampagne #proudtobealive an, die auf die hohe Suizidrate unter jungen Queers aufmerksam macht und sich für mehr Hilfen einsetzt, zum Beispiel mittels einer neuen Krisen-Hotline.

Max, du bist Mr. Gay Germany. Erstmal herzlichen Glückwunsch! Was bedeutet der Titel für dich? Die Wahl bedeutet mir wahnsinnig viel. Natürlich ist es für mich persönlich ein Riesen Erfolg, aber viel wichtiger ist der symbolische Charakter meiner Wahl für die trans Community. Es ist ein ganz klares Statement: wir gehören dazu! Es ist einfach auch ein unglaubliches Gefühl, so etwas erreicht zu haben und dann auch Deutschland und die trans Community in den internationalen Contests (wie voraussichtlich bei der Mr. Gay World Wahl 2022, Anm. d. Red.) vertreten zu dürfen. 

Warum denkst du, bist du gewählt worden? Ich konnte die Jury und das Publikum von mir überzeugen. Die letzten Wochen habe ich unermüdlich, neben meinem regulären beruflichen Alltag, an meiner Kampagne #ProudToBeAlive gearbeitet. Ich habe unzählige Emails geschrieben und Telefonate geführt und bin mit einer starken Präsentation am letzten Freitag ins Final-Wochenende gestartet. Aber nicht nur mit meiner Kampagne konnte ich punkten, sondern auch mit anderen Challenges, die ich für mich entscheiden konnte. Wie zum Beispiel auch dem Publikums-Voting. An dieser Stelle möchte ich mich entsprechend bei allen bedanken, die mir ihre Stimme gegeben haben und mit dafür gesorgt haben, dass dieser Traum für mich wahr geworden ist! 

Was sind deine weiteren Pläne? Es geht nun direkt weiter mit der Arbeit meiner Kampagne. Es ist mein Ziel, dass es Ende 2022 auf jeden Fall eine Telefonnummer als Krisen-Hotline geben wird, bei der sich queere junge Menschen in der Not melden können und über die sie Support erhalten. Es müssen nun noch weitere Fördermittel akquiriert werden, es muss weiter geplant und organisiert werden. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass ich meinen Plan umsetzen werden kann und freue mich hier auch definitiv über Unterstützer*innen!

Max Appenroth und María do Mar Castro Varela (Hg.): „ Trans & Care – Trans Personen zwischen Selbstsorge, Fürsorge und Versorgung

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