Aktion

Demo für queere Sichtbarkeit in Neukölln

20. Feb. 2020
Tuntenspaziergang in Neukölln, 2018 © jackielynn

Unter dem Motto „It's T*-Time - Jetzt erst recht!“ rufen queere Aktivist*innen am kommenden Sonntag zu einer Demonstration durch Neukölln auf – wobei das „T*“ für „trans*“ steht.

Zum Hintergrund: In der letzten Woche sind mehrere Angriffe auf trans* Personen bei der Polizei Berlin gemeldet worden, einige davon in Neukölln (SIEGESSÄULE berichtete). „Die Strafverfolgung dieser Taten endet zu oft im Nichts,“ heißt es im Demoaufruf. Neben einer höheren Sensibilisierung von Polizeibeamt*innen fordert das Demo-Team u. a. auch die konsequente Umsetzung des Maßnahmenplans „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“ des Berliner Senats.

Außerdem müsse die Stelle der*s Queerbeauftragten in Neukölln besetzt werden: Im Frühjahr 2019 hatte die Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung (BVV) angeregt, eine solche Stelle zu schaffen. Die nötigen Kosten dafür hat der Senat bisher jedoch abgelehnt. 

Los gehen soll die Demo um 15:00 Uhr am Richardplatz. Die Route führt weiter über den Karl-Marx-Platz zur Karl-Marx-Straße und bis zum Rathaus Neukölln.

Die Aktion soll die Tradition des Berliner Tuntenspaziergangs weiterführen, der bereits dreimal durch Berlin zog – 2017 und 2018 durch Neukölln, 2019 durch Mitte – , sowie des „Trans*marchs“, der 2019, nach dreijähriger Pause, wieder in Berlin stattfand. Gewalt und Missachtung wolle man ein positives Signal entgegensetzen: „Wir stehen zusammen. Wir sind solidarisch. Wir unterstützen uns gegenseitig.“

Auf der Demo seien alle willkommen, „es sei denn ihr äußert euch sexistisch, trans- und homofeindlich, rassistisch, antisemitisch, verschwörungstheoretisch oder anderweitig blöde menschenverachtend.“

Die Feindlichkeit gegen LGBTI* in Neukölln gehe von „Einzelakteur*innen aus allen sozialen Schichten und Gruppen aus, die im Kiez leben oder sich hier aufhalten (arbeiten, feiern etc.)“, geben Henri und Julia vom Orga-Team gegenüber SIEGESSÄULE ihren Eindruck über das Leben im Bezirk wieder. „Neukölln ist sehr divers mit vielen verschiedenen Communities, die manchmal in Konflikt geraten, aber im Alltag meist sehr gut harmonieren.“

Für Redebeiträge zur Demo haben sich bisher u. a. angemeldet: Mitglieder von SPD, Linken und Grünen sowie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Um Unterstützung angefragt wurde außerdem bereits das schwule Anti-Gewaltprojekt Maneo, die Amadeo-Antonio-Stiftung, das SchwuZ sowie auch der Bezirksbürgermeister von Neukölln, Martin Hikel.

Weitere Rede- und Performancebeiträge werden noch gesucht – wer mitmachen will, kann sich über die Facebook-Seite melden.

It’s T*-Time – Jetzt erst recht! – Demonstration für queere Sichtbarkeit in Neukölln, 23.02.

Startpunkt: Richardplatz Neukölln, 15:00

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