Die Tabasco Bar in der Fuggerstraße schließt nach fast 70 Jahren
Nach fast 70 Jahren schließt die Tabasco Bar im Nollendorfkiez, ein Stück queerer Berliner Geschichte verschwindet.
Die Tabasco Bar in der Fuggerstraße schließt nach fast 70 Jahren. Damit endet eine Ära, denn es handelt sich um eine der ältesten Cruising-Adressen für schwule Männer in Berlin, die viele Epochen der Stadtgeschichte miterlebt hat – von der Homosexuellenverfolgung nach Paragraf 175 über Aids, den Mauerfall bis hin zu Corona.
Früher hieß das Lokal in dem denkmalgeschützten Gebäude (Baujahr 1896) Robby Bar, dann auch mal Schultheiss Klause. Es gab „Clubabende“ und „Sportschaukämpfe“, wie es auf einem alten Flyer heißt. 1959 dann die Umbenennung in Tabasco und eine tägliche Happy Hour von 12 bis 18 Uhr hinzu, die „Tabasco Time“ hieß – mit einem Glas Sekt für 99 Pfennig.
Mietvertrag nicht verlängert
Mitte März gab die Bar auf ihrer Website bekannt, dass nun Schluss sei: „Wir bedanken uns bei euch allen für eine großartige und geile Zeit.“
Laut dem Tagesspiegel erfolgte die Schließung nicht freiwillig: Der Vermieter übergab das Gebäude an seine Kinder. Die neuen Eigentümer*innen wollten keinen Barbetrieb in dem Gebäude mehr zulassen und verlängerten den Mietvertrag nicht. Menze holte sich juristische Hilfe, doch konnte der Rechtsanwalt die Kündigung nicht verhindern.
#Fuggerstraße#Infrastruktur#Mietstreit#Nollendorfkiez#Schwulenbar#Tabasco Bar#Verdrängung#schwul