Welt-Aids-Konferenz schlägt Alarm: Drastische Kürzungen von Hilfsgeldern
Warnsignal von der 26. Welt-Aids-Konferenz: Drastische Kürzungen von Hilfsgeldern für den Kampf gegen HIV bringen weltweit Millionen Menschenleben in Gefahr
Von der 26. Welt-Aids-Konferenz, die vom 26. bis 31. Juli in Rio de Janeiro stattfand, geht in diesem Jahr ein weltweites Warnsignal aus. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Deutschen Aidshilfe (DAH) und des Aktionsbündnisses gegen AIDS (AgA) vom vergangenen Freitag hervor.
Grund für die alarmierende Situation sind laut DAH/AgA die Kürzungen und politisch motivierten Rückzüge reicherer Länder aus der Bereitstellung von Hilfsgeldern für den Kampf gegen HIV. Auf dem Spiel stünden deshalb „die Erfolge der letzten Jahrzehnte und Millionen von Menschenleben.“
Seitens DAH/AgA wurde außerdem kritisiert, dass nur Vertreter*innen von Staaten auf der Konferenz anwesend gewesen seien, die stark von den Kürzungen betroffen seien. Regierungsvertreter*innen aus solventen Ländern wie Deutschland oder den USA wären ferngeblieben. Deutschland hatte, ebenso wie Frankreich und die USA, im letzten Jahr seine Zuwendungen zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria deutlich gekürzt.
Sylvia Urban, Mitglied im Vorstand des Aktionsbündnis gegen AIDS und im Vorstand der Deutschen Aidshilfe, dazu: „An Konzepten herrscht kein Mangel. Das Wissen ist vorhanden und reichhaltig. Die im Feld HIV/Aids Engagierten haben längst bewiesen, wozu sie fähig sind. Was fehlt, sind Geld und politischer Wille. Nach Rio müssen wir sagen: Wir haben eine klare Richtung, aber uns fehlt der Treibstoff. Also werden wir nicht weit kommen. Die Pandemie wird uns an vielen Stellen wieder einholen.“
Ärmere Länder besonders betroffen
Von den massiven Kürzungen der weltweiten Finanzierung sind vor allem ärmere Länder betroffen, die die HIV-Maßnahmen derzeit nicht alleine finanzieren können. Aber auch Versorgungsstrukturen und Fachpersonal, Mittel für die HIV-Prophylaxe PrEP oder die HIV-Versorgung für marginalisierte Gruppen stehen auf dem Spiel. Hier sah die Welt-Aids-Konferenz laut DAH/AgA vor allem auch die Pharmaindustrie in der Verantwortung, noch mehr zu globalen HIV-Maßnahmen beizutragen.
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