Bühne der Träume - Eine Revue über Erik Charell
- 3. Okt. 2026, 20:00
- AHA-Berlin e. V.
Eine Würdigung des großen schwulen Berliner Regisseurs
Erik Charell (1894-1974), Tänzer, Regisseur, Produzent und Drehbuchautor, modernisierte in den 1920er-Jahren Operetten und Revuen als freche Jazz-Spektakel. Sein größter Erfolg war 1930 „Im weißen Rössl“, das als queeres (!) Event von Berlin um die Welt ging – bis an den Broadway (mit schwuler Starbesetzung).
In seinen Revuen hatten LGBTIQ*-Stars wie Marlene Dietrich, Claire Waldoff, Wilhelm Bendow, Max Hansen und die Comedian Harmonists Auftritte. Manche wurden sogar von Charell entdeckt und erstmals groß auf die Bühne gebracht, wie die Dietrich, die daraufhin eine enge Freundin wurde. 1931 ging er zum Film und schuf den Tonfilmoperettenklassiker „Der Kongress tanzt“ - über doppelte Identitäten und das Geheimhalten des wahren Ichs. Hollywood rief nach ihm.
Alles lief bestens, bis er 1933 als Schwuler und Jude emigrieren musste... und in Amerika nur begrenzt reüssieren konnte.
Doch nach dem Krieg zurückgekehrt hatte Charell wieder Erfolg mit der Operette „Feuerwerk“, wofür er mit dem schwulen Schweizer Komponisten Paul Burkhard zusammenarbeitete. Er verfilmte den Stoff mit der jungen Romy Schneider. Und dann: zog er sich komplett aus der Öffentlichkeit zurück. Warum - darüber wird aktuell in mehreren neuen Büchern spekuliert. Der Antisemitismus der Nachkriegsgesellschaft? Die Homophobie der 50er-Jahre und die Verhalftungswellen von Schwulen? Beides?
Nun erzählt „Bühne der Träume – eine Revue über Erik Charell“ aus seinem Leben mit vielen Liedern und Filmausschnitten. Buch und Regie: Markus Hagel. Mit: Moritz Kurtz, Margarete Huber (Sopran), Maren Arnhold (Alt), Markus Bongartz (Bariton) und weiteren. Am Klavier, Einstudierung und musikalische Leitung: Jens Lietzke. Videoproduktion: Carsten Fabian.
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Die „allgemeine homosexuelle Arbeitsgemeinschaft“ ist Berlins alternatives und unabhängiges queeres Zentrum und bietet queere Veranstaltungen vom Spieleabend bis hin zu Kultur.
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