Berlin

Fetisch-Event Folsom Europe kehrt 2021 zurück auf die Straße

13. Juli 2021 Paula Balov
Bild: Mr. Hotsoe
Folsom Europe 2019

Nachdem Folsom Europe ein Jahr aussetzen musste, steigt vom 8. bis zum 12. September 2021 das größte Fetisch-Event Europas endlich wieder in Berlins Straßen. Allerdings wird es in diesem Jahr deutlich kleiner ausfallen

Aktuelle Infos zu Folsom Europe 2021 gibt es hier

Die Folsom ein zweites Jahr in Folge nur digital zu organisieren, wäre eine große Enttäuschung für die queere Fetisch-Community gewesen. Der Verein Folsom Europe e. V. will daher alles versuchen, damit das Event im kleineren Rahmen stattfinden kann. Neben den üblichen Abstands- und Hygienebestimmungen soll es eine Corona-Teststation für die Gäste und Kontaktverfolgung via App geben.

Event mit 5.000 Besucher*innen

Das Orga-Team plant aktuell die Veranstaltung für 5.000 Besucher*innen, was mit einer Sondergenehmigung des zuständigen Bezirksamts auch möglich ist. Das Folsom-Highlight wird natürlich wieder das Straßenfest am Samstag, den 11.09., in der Fugger- und Welserstraße. Hier kommen queere Fetisch-Fans, Leder-Liebhaber*innen und BDSMer*innen aus aller Welt zusammen, um sich zu feiern und dabei die Berliner LGBTIQ*-Infrastruktur zu unterstützen. Denn der gesamte Umsatz des Wochenendes kommt queeren Vereinen und Betrieben zugute. Die Bars im Kiez sind außerdem schon dabei, sich Aktionen für das Folsom-Wochenende zu überlegen – genaueres steht noch nicht fest. Mit rund 25 Ständen ist das Straßenfest 2021 ziemlich abgespeckt: „Viele Aussteller können sich in diesem Jahr gar nicht leisten, nach Berlin zu kommen, da sie selbst finanzielle Schwierigkeiten haben,“ erklärt Folsom-Vorstand Alain Rappsilber.

Neben dem Straßenfest gibt es eine Reihe weiterer Programmpunkte: Am Donnerstag findet das traditionelle „Classic meets Fetish“-Konzert in der Zwölf-Apostel-Kirche statt. Am Donnerstag und Freitag lädt Folsom zu Stadtführungen durch Schöneberg ein. Eine Sightseeing-Bustour am Freitagabend, sowie eine Bootstour am Sonntag, sind ebenfalls geplant. Wegen der eingeschränkten Flugkapazitäten und weiterhin unklaren Pandemie-Entwicklung rechnen die Organisator*innen mit viel weniger internationalen Tourist*innen als in Vor-Corona-Jahren.

Im Rahmen der Möglichkeiten und Auflagen wird auch 2021 auf der Folsom gefeiert: Den Auftakt bildet wie gewohnt das Folsom-Special der Revolver-Party am Freitag im Sage Club. Die krönende PiG Fetisch-Party darf natürlich auch nicht fehlen. Die Location ist allerdings noch unklar: „Für die üblichen Veranstaltungsorte lohnt sich eine Party mit so wenigen Gästen nicht,“ sagt Alain. „Deswegen kommt aktuell nur eine kleine Location für 300 bis 600 Leute in Frage.“ Er hofft auf weitere Lockerungen bis September, die auch größere Teilevents ermöglichen würden. Die Details werden die Organisator*innen erst kurzfristig an die aktuellen Corona-Verordnungen anpassen und dann bekanntgeben.

Finanzielle Mittel fehlen

Für mehr Programm fehlen dem Verein finanzielle Mittel, Sponsoren und auch Planungszeit. Große Fesselshows wie in den Vor-Jahren sind nicht drin. Djs und Bühnenprogramm wird es aber dennoch geben. Unter anderem eine Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen der Berliner Politik ist hierfür angedacht, bei der auch die Corona-Hilfen thematisiert werden sollen. „Als Verein sind wir durch fast alle Raster gefallen,“ sagt Alain. „Aus der Politik gab es bislang nur Lippenbekenntnisse.“

Mit einem Spendenaufruf konnte sich der Verein immerhin selbst etwas helfen, musste aber dennoch Büroräume und nicht-ehrenamtliche Mitarbeiter*innen kündigen. Sollte die Folsom tatsächlich nur mit 5000 Gästen stattfinden können, wäre das für den Verein ganz klar eine Minusrechnung.

Trotz der Lage freut sich Alain Rappsilber auf die Aussicht, in Berlin wieder Fetisch-Kultur feiern zu können – wenn auch nicht ganz so ausgelassen. Er hofft weiterhin auf die Bereitschaft des Berliner Senats, die LGBTIQ* Community zu unterstützen: „Die Politik wird hoffentlich einsehen, dass die Folsom Europe eines der wirtschaftlichsten Events der Stadt ist, und entsprechend handeln.“

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