Pride

Berlin Pride: Alle Infos zur CSD-Saison 2022

27. Okt. 2021
Bild: canva

Was passiert in und um Berlin in der Pride-Saison? Hier findet ihr aktuelle Infos, außerdem einen Rückblick auf den vergangenen Sommer, in dem es so viele Prides gab wie selten zuvor!

Pride des Berliner CSD e. V. am 23. Juli 2022

Am 23. Juli 2022 steigt die nächste Pride-Demo des Berliner CSD e. V.

Neben der traditionellen Straßenparade soll es auch wieder eine Abschlusskundgebung geben. Ob mit oder ohne Bühnenprogramm, gab der Verein noch nicht bekannt.

Dafür stehen schon ein paar inhaltliche Schwerpunkte fest: Das Thema Religion in der queeren Community soll vertieft werden, mehr Raum als bisher soll das Thema mentale Gesundheit bekommen. Die Website soll es zukünftig nicht nur auf Deutsch und Englisch, sondern auch in weiteren Sprachen geben.

Neuer Vereinsvorstand

Der Berliner CSD e. V., der seit Ende der 90er die große Berliner Pride-Parade mit Wagen und Bühnenprogramm organisiert, wählte am 20. Oktober 2021 einen neuen Vorstand. Die bereits amtierenden Vorstände Ulli Pridat, Nasser El-Ahmad und Marc-Eric Lehmann werden durch Wiederwahl von Patrick Ehrhardt ergänzt. Nicht mehr mit dabei ist Frank Sperling. Mit Channa Wolven kommt nun stattdessen eine lesbische Frau hinzu.

Bei der vorangegangenen Wahl im März 2021 waren nur Männer in den Vorstand des Berliner CSD e.V. gewählt worden. Dies hatte für einige Kritik in der Community gesorgt. Nun sei der Vorstand „ein stückweit diverser aufgestellt“, wie der Verein in einer Pressemitteilung schreibt. „Neben Nasser El-Ahmad, der als erster POC Teil des Vorstands ist, kommt mit Channa Wolven nun eine lesbische Frau mit Wurzeln in den Niederlanden in den Vorstand, die unser Team näher an das Ziel der Satzung und Empfehlung der Quoten des Verwaltungsapparates bringt!“

Bild: Brigitte Dummer

Lesbisch-schwules Stadtfest am 16./17. Juli 2022

Das lesbisch-schwule Stadtfest rund um die Bars im Schöneberger Kiez ist eines der Highlights im queeren Kalender Berlins. Wegen Corona fiel es im letzten Jahr leider aus. Laut Mitteilung des Regenbogenfonds der schwulen Wirte e. V. auf der Website des Events soll das nächste Stadtfest nun am 16./17.Juli 2022 steigen.

Mehr Infos zum Stadtfest hier!

Bild: Brigitte Dummer
Lesbisch Schwules Stadtfest 2018

So wars: Rückblick auf vergangene Pride-Events 2021

Frankfurt Słubice Pride am 05. September 2021

Im September 2021 fand zum zweiten Mal ein gemeinsamer Pride der Nachbarstädte Frankfurt (Oder) in Brandenburg und dem polnischen Słubice statt. Unter dem Motto „Liebe ohne Grenzen“ zog die Demo durch die Doppelstadt, „für mehr Sichtbarkeit und Sicherheit queerer Menschen und in Solidarität mit der von der Politik vielerorts weiter drangsalierten LGBTIQIA+-Community in Polen“.

Mehr Infos zum Frankfurt Słubice Pride 2021 hier!

Bild: PeggyLohse/FrankfurtSlubicePride

Stern-Demo CSD Berlin Pride am 26. Juni 2021

Sie war der Auftakt zum Pride-Sommer: die Stern-Demo im Juni mit insgesamt rund 10.000 Teilnehmenden. Drei Demo-Züge mit jeweils eigenen Themenschwerpunkten zogen gleichzeitig durch die Stadt.

Der „East Pride Berlin“ beschäftigte sich inhaltlich mit der Lesben- und Schwulenbewegung in der DDR und in Ostberlin. Er startete an der Gethsemanekirche im Prenzlauer Berg. Die Situation der queeren Infrastruktur in der Pandemie war Thema der in Neukölln am Hermannplatz startenden Demo „Queerschutz Now!“. Eine weitere Demo mit dem Titel „QTIBIPOC United“, die in Kreuzberg am Oranienplatz begann, hatte antirassistische, queere und feministische Schwerpunkte und wurde von Akteur*innen der QTBIPOC*-Community gestaltet (kurz für: queer, trans, inter, Black, Indigenous, People of Color).

Zusätzlich zu den Demos fand eine digitale Pride-Week mit Programm vom 26. bis einschließlich 29. Juni statt.

Hier geht´s zu unserer Galerie der Stern-Demo!

Bild: Brigitte Dummer
Bild: Brigitte Dummer
Bild: Brigitte Dummer
Bild: Brigitte Dummer

Anarchistischer CSD Berlin am 26. Juni 2021

Am selben Tag, an dem die Stern-Demo stattfand, luden Aktivist*innen zu einer eigenen, „unangepassten, antikommerziellen Demonstration“ ein, die ab 14 Uhr mit einer Kundgebung am Volkspark Friedrichshain startete.

Laut Orga-Team nahmen um die 2000 Personen teil. In Redebeiträgen ging es u. a. um die Situation von Sexarbeitenden in der Pandemie, um Räumungen von Berliner Hausprojekten und um queerfeindliche Übergriffe im öffentlichen Raum.

Bild: Sally B

Trans Pride Berlin am 10. Juli 2021

Unter dem Motto „Trans-Sein ist schön. Trans-Sein ist vielfältig!“ gab es am 10. Juli 2021 einen eigenen Berliner Trans Pride. Laut Angaben der Polizei beteiligten sich um die 1800 Menschen.

„Körperliche Selbstbestimmung ist etwas Wunderbares und darf, nein muss, entsprechend zelebriert werden“, schrieb das Orga-Team im Aufruftext zur Aktion. „Auch wenn die Politik und Gesellschaft dabei noch etwas hinterher ist: Lasst uns das Trans-Sein feiern! Gemeinsam!“

Eingeladen waren alle aus den unterschiedlichen trans* Communities, „egal ob nicht-binär oder binär, inter, gender-non-conforming oder gender-conforming, queer, bi, lesbisch, schwul oder hetero, disabled oder able bodied“, sowie Unterstützer*innen.

Die Demo startete gegen 14 Uhr am Bahnhof Gleisdreieck, führte dann durch den Bergmannkiez und endete mit einer Kundgebung gegen 18 Uhr am Südstern.

SIEGESSÄULE-Interview mit dem Orga-Team des Trans Pride

Hier geht´s zu unserer Galerie des Trans Pride Berlin!

Bild: canva

Regenbogen-Fahrrad-Demo in Potsdam am 10. Juli 2021

Einen „Christopher Street Day auf Rädern“ gab es am 10. Juli 2021 in Potsdam. Wie schon in 2020 wurde der CSD dort – statt mit einer Parade zu Fuß – auf Drahteseln gefeiert. Laut Orga-Team beteiligten sich um die 430 Personen, darunter auch Gäste aus Niedersachsen, Berlin und aus anderen Teilen Brandenburgs.

„Die Idee ist im Frühjahr 2020 entstanden“, berichtete das Orga-Team, das seit März 2021 auch den Vorstand des neu gegründeten Vereins Regenbogen Potsdam bildet, gegenüber SIEGESSÄULE. „Wir wollten uns nicht damit abfinden, dass es in Potsdam keine Pride-Veranstaltungen geben sollte. Da sind wir auf die Fahrrad-Demo als coronakonforme Alternative gekommen.“

Forderungen der Demo waren: Support für LGBTIQ* in Polen und Ungarn, Abschaffung des „Transsexuellengesetzes“ und des Blutspendeverbots sowie mehr Unterstützung für Brandenburger LGBTIQ*-Organisationen.

Losgefahren wurde gegen 16 Uhr am Platz vor dem Potsdamer Brandenburger Tor, mit Abschluss der Aktion auf der Freundschaftsinsel.

Marzahn-Pride am 17. Juli 2021

Im Berliner Bezirk Marzahn gab es wieder eine eigene Pride-Parade, organisiert vom Verein für russischsprachige LGBTIQ* Quarteera e. V. und Lesben Leben Familie (LesLeFam) e. V. Es beteiligten sich über 500 Menschen. Der erste Pride in Marzahn hatte in 2020 stattgefunden.

Marzahn ist der Berliner Bezirk mit den meisten russischsprachigen Einwohner*innen. Einer der zentralen Gründe für Quarteera, hier einen Pride zu etablieren, ist die Unterstützung der russischsprachigen queeren Community. Die Aktion solle Vorurteile abbauen: sowohl gegenüber LGBTIQ* als auch gegenüber dem Bezirk, der bislang als nicht sonderlich queerfreundlich gilt.

„Wir haben festgestellt, dass Marzahn uns viel näher ist als gedacht“, erzählt Konstantin Sherstyuk von Quarteera. „Die Pride-Parade im russischsprachigsten Bezirk Berlins war somit sowohl für Aktivist*innen unserer Organisation als auch für die Einwohner*innen Marzahns von großer Bedeutung.“

Der Marzahn-Pride 2021 startete gegen 12:00 unter anderem mit einer Eröffnungsrede der veranstaltenden Vereine und einer Rede der Bürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf am Helene-Weigel-Platz. Die Demo endete am Victor-Klemperer-Platz/Freizeitforum Marzahn.

Mehr Infos zum Marzahn-Pride am 17. Juli 2021 hier!

Im benachbarten Stadtteil Lichtenberg fanden von Juni bis August 2021 die Lichtenberger Pride Weeks statt, mehr Infos dazu hier!

Bild: Quarteera e. V.
Bild: Franziska Schulteß

Dyke* March Berlin am 23. Juli 2021

1993 rief die Gruppe „Lesbian Avengers“ in Washington zum ersten großen Dyke March mit 20.000 Teilnehmenden auf. Seit 2013 wird der Dyke* March auch in Berlin organisiert, mittlerweile gibt es ihn deutschlandweit in etwa zehn verschiedenen Städten.

Zum Dyke* March Berlin am 23. Juli 2021 kamen um die 5000 Menschen. Willkommen waren wieder alle, die sich zur lesbischen Community zählen, solidarische Unterstützer*innen und Verbündete. Los ging es gegen 19 Uhr am Brandenburger Tor, weiter über die Friedrichstraße bis zum Endpunkt am Mariannenplatz in Kreuzberg. Die Demo für lesbische Sichtbarkeit steigt traditionsgemäß immer am Vorabend des „großen“ Berliner CSD.

Hier geht´s zu unserer Galerie des Dyke* March Berlin 2021!

Bild: Brigitte Dummer
Bild: Brigitte Dummer
Bild: Brigitte Dummer
Bild: Brigitte Dummer

Pride des Berliner CSD e. V. am 24. Juli 2021

Zum Pride des Berliner CSD e. V. in 2021 kamen laut Angaben der Polizei rund 65.000 Menschen, die Veranstalter sprachen sogar von 80.000. Der Verein hatte im Vorfeld nur 20.000 Teilnehmer*innen angemeldet.

Bedingt durch die Corona-Pandemie hatte der Pride des Berliner CSD e. V. in 2020 großteils nur als digitales Event stattfinden können. Im Folgejahr ging es wieder auf die Straße, allerdings vor allem als Fußmarsch mit nur wenigen Parade-Trucks. Auf der Demo, die auf der Leipziger Straße in Mitte startete und über die Siegessäule in Richtung Nollendorfkiez führte, wurde lautstark für LGBTI*-Rechte demonstriert und gefeiert.

Das Motto für 2021 lautete „Save our community - save YOUR pride“. Außerdem wurde ein ausführlicher Katalog mit 32 Forderungen entwickelt: unter anderem Solidarität mit der queeren Community in Ungarn und Polen, Maßnahmen gegen Hate crimes und Hate speech, eine Reform des Abstammungsrechts, um Diskriminierungen von Regenbogenfamilien zu beenden, mehr Selbstbestimmung für trans* Personen oder mehr Sichtbarkeit von FLINT* (kurz für: Frauen*, Lesben, inter*, nicht binär, trans*).

Der Pride 2021 erzeugte enorme Aufmerksamkeit, das mediale Echo fiel aber nicht nur positiv aus. Kritisch diskutiert wurde, ob Veranstaltungen dieser Größe in der Pandemie zu verantworten sind und wie queere Sichtbarkeit in Corona-Zeiten aussehen sollte. Wir haben mit dem Berliner CSD-Vorstand über die Kritik gesprochen, hier geht`s zum Interview!

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Bild: Brigitte Dummer
Bild: Brigitte Dummer
Bild: Brigitte Dummer

FLINTA* 36 Pride am 21. August 2021

Als Berlin SO 36, oder auch Kreuzberg 36, ist ein kleinerer Teil Kreuzbergs bekannt, zwischen dem Landwehrkanal und dem historischen Luisenstädtischen Kanal. Der nach dem Stadtteil benannte „Flinta* Pride 36“ fand in 2021 zum zweiten Mal statt. Schauplatz für das Pride-Straßenfest mit Rede- und Musikbeiträgen war in diesem Jahr der Kreuzberger Mariannenplatz.

Mehr Infos zum FLINTA* 36 Pride am 21. August hier!

Hier geht´s zu unserer Galerie des FLINTA* 36 Pride!

Bild: Sally B

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