Pride

Berlin Pride: Alle Infos zur CSD-Saison 2021

15. Juli 2021
Bild: canva

Was passiert in und um Berlin in der Pride-Saison 2021? Was wird in diesem Jahr aus CSD, Stadtfest und Co? Hier findet ihr die aktuellen Infos!

Dyke* March Berlin am 23. Juli 2021

Startpunkt: Brandenburger Tor, 19 Uhr

1993 rief die Gruppe „Lesbian Avengers“ in Washington zum ersten großen Dyke March mit 20.000 Teilnehmenden auf. Seit 2013 wird der Dyke* March auch in Berlin organisiert, mittlerweile gibt es ihn deutschlandweit in etwa zehn verschiedenen Städten.

Am 23. Juli 2021 soll der mittlerweile neunte Dyke* March Berlin stattfinden. Die Demo für lesbische Sichtbarkeit findet traditionsgemäß immer am Vorabend des Berliner CSD statt, in diesem Jahr am Freitag vor der Parade des Berliner CSD e.V. Willkommen sind alle die sich zur lesbischen Community zählen, solidarische Unterstützer*innen und Verbündete.

Im Anschluss an die Demo steigt im Biergarten des Festsaal Kreuzberg noch der Dyke* Garten, organisiert von Sara Moshiri. Einlass nur mit negativem Corona-Schnelltest/Genesenen- oder Impfnachweis.

Bild: Dyke* March/Google Maps

Route: Los geht´s um 19 Uhr am Brandenburger Tor, dann geht es weiter über Unter den Linden, Friedrichstraße, Französische Straße, Fischerinsel, Heinrich-Heine Str., Moritzplatz und Oranienstr. Der Demo-Zug endet am Mariannenplatz in Kreuzberg.

Hygieneregeln: Es gilt Maskenpflicht und ein Abstandsgebot von 1,5 Metern.

Mehr Infos zum Dyke* March am 23. Juli hier!

Bild: Brigitte Dummer

Pride des Berliner CSD e. V. am 24. Juli 2021

Startpunkt: Auf der Leipziger Straße, zwischen Charlottenstraße und Axel-Springer Straße, 12 Uhr

Ende Mai gab der Berliner CSD e. V. bekannt, dass der Verein für 2021 wieder eine Straßendemo angemeldet hat. Der Pride soll vor allem als Fußmarsch ohne große Parade-Trucks am 24. Juli stattfinden. Allerdings wird es fünf vereinseigene Demo-Trucks und fünf kleinere PKWs geben für musikalische oder inhaltliche Beiträge. Auf eine Abschlusskundgebung wird in diesem Jahr verzichtet.

Das Motto für dieses Jahr lautet „Save our community - save YOUR pride“.

Außerdem wurde ein ausführlicher Katalog mit 32 Forderungen entwickelt: unter anderem Solidarität mit der queeren Community in Ungarn und Polen, Maßnahmen gegen Hate crimes und Hate speech, eine Reform des Abstammungsrechts, um Diskriminierungen von Regenbogenfamilien zu beenden, mehr Selbstbestimmung für trans* Personen oder mehr Sichtbarkeit von FLINT* (kurz für: Frauen*, Lesben, inter*, nicht binär, trans*).

Der Berliner CSD e. V., der seit Ende der 90er die große Berliner Pride-Parade mit Wagen und Bühnenprogramm organisiert, hat am 27.03. einen neuen Vorstand gewählt. Für zwei Jahre gewählt wurden: Marc Lehmann, Nasser El-Ahmad und Ulli Pridat. Für jeweils ein Jahr: Patrick Ehrhardt und Frank Sperling.

Bedingt durch die Corona-Pandemie hatte der Pride des Berliner CSD e. V. in 2020 großteils nur als digitales Event stattfinden können.

Bild: CSD e. V.

Route: Treffpunkt für die Demo ist um 12 Uhr auf der Leipziger Straße, zwischen Charlottenstraße und Axel-Springer Straße. Von da aus geht´s gegen 13 Uhr in Richtung Potsdamer Platz, vorbei am Bundesrat, wo auf die Forderung aufmerksam gemacht werden soll, den Artikel 3 des Grundgesetzes zu ändern. Die Demo biegt dann rechts in Richtung des Brandenburger Tors ab und daran vorbei zur Siegessäule, weiter links in Richtung der Urania, wo der Zug enden wird.

Ursprünglich hätte die Demo am Kino International beginnen und am Nollendorfplatz enden sollen. Wie der Berliner CSD e. V. am 1. Juli mitteilte, wurde die Route allerdings noch einmal angepasst, unter anderem um „Engpässe und größere Baustellen vermeiden“ zu können.

Hygieneregeln, Barrieren: Es gelten Maskenpflicht und die Einhaltung von Sicherheitsabständen. Der CSD-Vorstand rät auf der Demo von Alkoholkonsum ab und empfiehlt, vorab einen Corona-Test zu machen sowie die Option, mit Fahrrad teilzunehmen.

Mehr Infos zum Pride des Berliner CSD e. V. am 24. Juli hier!

Bild: Brigitte Dummer

Frankfurt Słubice Pride am 05. September 2021

Startpunkt: tba

Am 05. September 2020 fand zum ersten Mal ein gemeinsamer Pride der Nachbarstädte Frankfurt (Oder) in Brandenburg und dem polnischen Słubice statt. Die Demo zog durch beide Städte und setzte ein lautstarkes Zeichen für die Rechte von Queers in Deutschland und in Polen. Auch viele Berliner*innen beteiligten sich an der gelungenen Aktion.

Die Veranstalter*innen planen nun, die Demo zu wiederholen. Am 05. September 2021 soll sie erneut durch die Doppelstadt ziehen. „Für mehr Sichtbarkeit und Sicherheit queerer Menschen“, wie es in der Facebook-Ankündigung heißt – „und in Solidarität mit der von der Politik vielerorts weiter drangsalierten LGBTIQIA+-Community in Polen“.

Bild: Instytut równości, Słubice-Frankfurt-Pride
Teile des Słubice-Frankfurt Pride Orga-Teams mit Regenbogenflagge

CSD der Aktionsgemeinschaft LGBTIQ Berlin e. V. am 11. September noch unklar

Startpunkt: tba

Mit der „Aktionsgemeinschaft LGBTIQ Berlin e. V.“ gründete sich im Februar 2021 ein neuer Berliner Pride-Verein und kündigte an, am 11. September 2021 einen Berliner CSD als Großevent zu planen. Was aus dem Vorhaben wird, ist derzeit unklar.

Für das Datum habe die „Aktionsgemeinschaft“ bereits eine Demo mit Abschlussveranstaltung am Brandenburger Tor angemeldet, sagte Thomas Kohs, einer der Gründer des Vereins, im März gegenüber SIEGESSÄULE.

Zu dem Zeitpunkt stand allerdings noch nicht fest, dass am 26. Juni die Berliner Stern-Demo stattfinden und dass auch der Berliner CSD e. V. am 24. Juli eine Pride-Demo anmelden würde. „Wir hatten den CSD am Brandenburger Tor zu der Zeit geplant, als noch kein anderer CSD in Berlin absehbar war“, antwortete Thomas Kohs auf eine entsprechende Anfrage von SIEGESSÄULE Mitte Juli. „Die Situation hat sich zum Glück geändert.“

Ganz vom Tisch sei die Idee aber noch nicht: „Unser Ansinnen war es vor allem, neben der Demo auch vor dem Brandenburger Tor gemeinsam mit allen Playern der Communitys eine riesige LGBTIQ* Party zu feiern. Diese Pläne verfolgen wir noch immer. Allerdings sind wir, wie auch andere Großveranstaltungen, durch die Coronaschutz-Verordnung Berlins in der Planung und Umsetzung geblockt.“

Die „Aktionsgemeinschaft“ habe sich eine Frist bis Ende Juli gesetzt. Sollte bis dahin nicht absehbar sein, dass Großveranstaltungen im September möglich sind, soll der Plan auf 2022 verschoben werden.

Die Ankündigung der neuen „Aktionsgemeinschaft“, einen eigenen CSD anzumelden, war in der Szene auch auf Kritik gestoßen: von dem Datum am 11. September hatte sich die Initiative Queere Veranstalter Berlin distanziert, zu der unter anderem der Berliner CSD e.V. gehört.

Bild: Sally B.

CSD auf der Spree am 23. September 2021

Traditionellerweise wird der Pride-Monat in Berlin auch auf dem Wasser gefeiert. Der diesjährige Bootskorso des „CSD auf der Spree“ soll allerdings nicht, wie sonst, im Juli stattfinden, sondern wurde wegen der Corona-Pandemie auf den 23. September verschoben.

Bild: Wattskonzept

Lesbisch-schwules Stadtfest am 02./03. Oktober 2021 abgesagt!

Das lesbisch-schwule Stadtfest rund um die Bars im Schöneberger Kiez ist eines der Highlights im queeren Kalender Berlins.
Lange war unsicher, ob der geplante Termin für 2021 am 02./03. Oktober gehalten werden kann. Nun ist es leider offiziell: das Stadtfest wird dieses Jahr nicht stattfinden.

Wie Olaf Möller vom Regenbogenfonds der schwulen Wirte e. V. gegenüber SIEGESSÄULE mitteilte, habe man aufgrund der unberechenbaren Pandemie-Situation mit verschiedenen Virusvariationen die Reißleine gezogen. Ein Fest, das normalerweise um die 350.000 Besucher*innen anzieht, sei unter diesen Bedingungen nur schwer zu realisieren.

Laut der aktuellen Corona-Beschränkungen in Berlin sind Großveranstaltungen mit bis zu 25.000 Teilnehmer*innen erlaubt, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen, wie mit Impfnachweis oder einem negativen Corona-Schnelltest. Das gesamte Stadtfest-Areal, das auch Wohngebiet ist, so abzusperren, dass nur bestimmte Personen Zugang haben, wäre organisatorisch kaum umzusetzen.

Laut Mitteilung des Regenbogenfonds auf der Website des Events soll das nächste Stadtfest am 16./17.Juli 2022 steigen.

Mehr Infos zum Stadtfest hier!

Bild: Brigitte Dummer
Lesbisch Schwules Stadtfest 2018

So wars: Rückblick auf vergangene Pride-Events 2021

Stern-Demo „CSD Berlin Pride“ am 26. Juni 2021

Sie war der Auftakt zum diesjährigen Pride-Sommer: die Stern-Demo im Juni mit insgesamt rund 10.000 Teilnehmenden! Drei Demo-Züge mit jeweils eigenen Themenschwerpunkten zogen gleichzeitig durch die Stadt.

Der „East Pride Berlin“ beschäftigte sich inhaltlich mit der Lesben- und Schwulenbewegung in der DDR und in Ostberlin. Er startete an der Gethsemanekirche im Prenzlauer Berg. Die Situation der queeren Infrastruktur in der Pandemie war Thema der in Neukölln am Hermannplatz startenden Demo „Queerschutz Now!“. Eine weitere Demo mit dem Titel „QTIBIPOC United“, die in Kreuzberg am Oranienplatz begann, hatte antirassistische, queere und feministische Schwerpunkte und wurde von Akteur*innen der QTBIPOC*-Community gestaltet (kurz für: queer, trans, inter, Black, Indigenous, People of Color).

Zusätzlich zu den Demos fand eine digitale Pride-Week mit Programm vom 26. bis einschließlich 29. Juni statt.

Hier geht´s zu unserer Galerie der Stern-Demo!

Bild: Brigitte Dummer
Bild: Brigitte Dummer
Bild: Brigitte Dummer
Bild: Brigitte Dummer

Anarchistischer CSD Berlin am 26. Juni 2021

Am selben Tag, an dem die Stern-Demo stattfand, luden Aktivist*innen zu einer eigenen, „unangepassten, antikommerziellen Demonstration“ ein, die ab 14 Uhr mit einer Kundgebung am Volkspark Friedrichshain startete.

Laut Orga-Team nahmen um die 2000 Personen teil. In Redebeiträgen ging es u. a. um die Situation von Sexarbeitenden in der Pandemie, um Räumungen von Berliner Hausprojekten und um queerfeindliche Übergriffe im öffentlichen Raum.

Bild: Sally B

Trans Pride Berlin am 10. Juli 2021

Unter dem Motto „Trans-Sein ist schön. Trans-Sein ist vielfältig!“ gab es am 10. Juli 2021 einen eigenen Berliner Trans Pride. Laut Angaben der Polizei beteiligten sich um die 1800 Menschen.

„Körperliche Selbstbestimmung ist etwas Wunderbares und darf, nein muss, entsprechend zelebriert werden“, schrieb das Orga-Team im Aufruftext zur Aktion. „Auch wenn die Politik und Gesellschaft dabei noch etwas hinterher ist: Lasst uns das Trans-Sein feiern! Gemeinsam!“

Eingeladen waren alle aus den unterschiedlichen trans* Communities, „egal ob nicht-binär oder binär, inter, gender-non-conforming oder gender-conforming, queer, bi, lesbisch, schwul oder hetero, disabled oder able bodied“, sowie Unterstützer*innen.

Die Demo startete gegen 14 Uhr am Bahnhof Gleisdreieck, führte dann durch den Bergmannkiez und endete mit einer Kundgebung gegen 18 Uhr am Südstern.

SIEGESSÄULE-Interview mit dem Orga-Team des Trans Pride

Hier geht´s zu unserer Galerie des Trans Pride Berlin!

Bild: canva

Regenbogen-Fahrrad-Demo in Potsdam am 10. Juli 2021

Einen „Christopher Street Day auf Rädern“ gab es am 10. Juli 2021 in Potsdam. Wie schon in 2020 wurde der CSD dort – statt mit einer Parade zu Fuß – auf Drahteseln gefeiert. Laut Orga-Team beteiligten sich um die 430 Personen, darunter auch Gäste aus Niedersachsen, Berlin und aus anderen Teilen Brandenburgs.

„Die Idee ist im Frühjahr 2020 entstanden“, berichtete das Orga-Team, das seit März 2021 auch den Vorstand des neu gegründeten Vereins Regenbogen Potsdam bildet, gegenüber SIEGESSÄULE. „Wir wollten uns nicht damit abfinden, dass es in Potsdam keine Pride-Veranstaltungen geben sollte. Da sind wir auf die Fahrrad-Demo als coronakonforme Alternative gekommen.“

Forderungen der Demo waren: Support für LGBTIQ* in Polen und Ungarn, Abschaffung des „Transsexuellengesetzes“ und des Blutspendeverbots sowie mehr Unterstützung für Brandenburger LGBTIQ*-Organisationen.

Losgefahren wurde gegen 16 Uhr am Platz vor dem Potsdamer Brandenburger Tor, mit Abschluss der Aktion auf der Freundschaftsinsel.

Marzahn-Pride am 17. Juli 2021

Startpunkt: Helene-Weigel-Platz, 12 Uhr

Wie schon im letzten Jahr, soll es im Berliner Bezirk Marzahn wieder eine eigene Pride-Parade geben, organisiert vom Verein für russischsprachige LGBTIQ* Quarteera e. V. und Lesben Leben Familie (LesLeFam) e. V. Am ersten Pride in Marzahn in 2020 nahmen laut der Organisator*innen um die tausend Menschen teil.

Marzahn ist der Berliner Bezirk mit den meisten russischsprachigen Einwohner*innen. Einer der zentralen Gründe für Quarteera, hier einen Pride zu etablieren, ist die Unterstützung der russischsprachigen queeren Community. Die Aktion solle Vorurteile abbauen: sowohl gegenüber LGBTIQ* als auch gegenüber dem Bezirk, der bislang als nicht sonderlich queerfreundlich gilt.

„Nach der ersten Pride-Parade in Marzahn vor genau einem Jahr erhielten wir sehr viel Feedback, darunter Fragen, Ratschläge, Kooperationsangebote von vielen verschiedenen lokalen Initiativen und LGBT*-Aktivist*innen vor Ort“, erzählt Konstantin Sherstyuk von Quarteera. „Wir haben festgestellt, dass Marzahn uns viel näher ist als gedacht. Die Pride-Parade im russischsprachigsten Bezirk Berlins war somit sowohl für Aktivist*innen unserer Organisation als auch für die Einwohner*innen Marzahns von großer Bedeutung.“

Route: Der diesjährige Marzahn Pride startet um 12:00 u. a. mit einer Eröffnungsrede der veranstaltenden Vereine und einer Rede der Bürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf am Helene-Weigel-Platz. Die Demo endet gegen 14:00 mit einer Abschlusskundgebung am Victor-Klemperer-Platz/Freizeitforum Marzahn.

Hygieneregeln, Barrieren: Es gelten Masken- und Abstandspflicht, außerdem ist Alkoholkonsum auf der Demo untersagt.

Bereits am 17. Juni geht eine begleitende Social-Media-Kampagne unter dem Hashtag #marzahnliebt an den Start. Für Juli und August sind außerdem Workshops geplant, das Programm soll Anfang Juli auf marzahn-pride.de veröffentlicht werden.

Mehr Infos zum Marzahn-Pride am 17. Juli hier!

Im benachbarten Stadtteil Lichtenberg finden von Juni bis August die Lichtenberger Pride Weeks statt, mehr Infos dazu hier!

Bild: Quarteera e. V.

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