INTA* Pride: Sichtbar, selbstbestimmt und solidarisch

Am 30. August findet die INTA* Pride-Demo statt. Unter dem Motto „We exist“ geht der CSD für die Selbstbestimmung von inter*, nicht binären, trans* und agender Menschen auf die Straße. Alle Personen jenseits der cis-binären Geschlechternormen sind eingeladen: „Kommt vorbei und gestaltet mit, wie ihr sichtbar sein wollt!“
Zunächst hieß die Demo Trans* Pride, später TIN* Pride. Jetzt wurde sie in INTA* Pride umbenannt: die CSD-Demo in Berlin für die Rechte und Sichtbarkeit aller Menschen, die nicht dem cis-normativen Bild von Geschlecht entsprechen.
Los geht's am morgigen Samstag um 14:00 am Alexanderplatz. Dann geht es über die Karl-Marx-Allee und Frankfurter Allee zum Rathauspark Lichtenberg, mit Zwischenstopp am Frankfurter Tor. Unterwegs und zum Abschluss gibt es Reden und Performances. Es wird ein Tag zum Feiern, aber auch zum Protest gegen zunehmende anti-trans Rhetoriken und Aktionen, wie etwa die geplanten Sonderregister für Nutzer*innen des Selbstbestimmungsgesetz.
Unterstützt vom Lichtenberger Kieztreff Undine ist das etwa 15-köpfige Orga-Team „ein offenes, Communiy-basiertes Kollektiv, in dem jede Stimme gleich viel zählt,“ sagt Orga-Mitglied Zhenja Funuatsu im Gespräch mit SIEGESSÄULE. „Wir sind offen für alle, die mitmachen und sich einbringen wollen, und arbeiten hart daran, unsere Strukturen hierarchiefrei zu gestalten.“ Alle wichtigen Entscheidungen würden gemeinsam gefällt und an den öffentlichen Statements könnten ebenfalls alle mitschreiben.
Aus der Ukraine geflüchtet, lebt Zhenja seit 2022 in Berlin und hat bereits die TIN* Pride 2024 mitorganisiert. „Den Schwerpunkt der diesjährigen Trans* Pride haben wir gemeinschaftlich gewählt, wobei jedes Teammitglied gleichberechtigt unsere Prioritäten mitgestalten konnte. Wir glauben daran, so die Vielfalt und Bedürfnisse unserer Community widerzuspiegeln, anstatt einer einzigen Vision zu folgen.“

Antikoloniale und antirassistische Haltung
Das diesjährige Orga-Team zeigt in seiner Ankündigung neben Engagement für Sexarbeitende, mehrfach marginalisierte Personen, behinderte Menschen auch eine klare antikoloniale und antirassistische Haltung. Dazu zählt für sie Solidarität mit BIPoC-Communitys weltweit und der palästinensischen Befreiungsbewegung.
Am 27. August präzisieren sie in einer Stellungnahme, dass sie die Grenze der Solidarität jedoch dort ziehen, wo nicht mehr nur zur „Abschaffung“ gewaltvoller Systeme, sondern pauschal zur „Zerstörung“ von Israel und „Gewalt gegen ganze Bevölkerungsgruppen“ aufgerufen wird.
Bei der Demo wird es eigene Sicherheits- und Awareness-Teams geben, deren Fokus auf Deeskalation liegt. Davon erhofft sich die Orga-Gruppe, dass die Polizei bei Konflikten nicht einschreitet.
Show mit internationalen Künstler*innen
Für die Show bei der Abschlusskundgebung kooperiert die INTA*-Pride-Orga erstmals mit Queens Against Borders (QAB), einer Plattform, die seit 2015 Solidarität mit geflüchteten und immigrierten Queers und trans Personen zeigt, vor allem durch Auftritte von Künstler*innen aus dem arabischsprachigen Raum.
Zum 10-jährigen Jubiläum des Kollektivs ist die Kooperation „eine Kirsche auf der Sahnetorte“, sagt The Darvish, Leiter*in der Plattform und aus Syrien geflüchtete*r Bauchtänzer*in und Performer*in.
Neben der Bauchtänzerin Nana, die eine feste Größe bei QAB ist, treten auch die Drag-Artists Sam Day und Godxxx Noirphiles auf. Bei einem Auftritt auf dem Lollapalooza verarbeitete Sam ihre Transition auf der Bühne so ergreifend und emotional, dass The Darvish sie mit der Nummer direkt für die INTA* Pride verpflichtete. Angel Maxine, ebenfalls QAB-Künstlerin und Musikerin aus Ghana, wird eine Rede halten.

Auch Godxxx, Gründer*in des Queer und Trans BIPoC-Kollektivs House of Living Colors, ergänzt als „Black non-binary Drag Thing“ wertvolle Perspektiven auf die Vielfalt gelebter INTA*-Realitäten. Neben den Performances von Queens Against Borders wird Mathilda Kleo Colada einen Rap-Song performen, während zwei DJs an den Decks stehen: Techno-Liebhaberin Charlie und Cleo, Tänzer*in, Performer*in und Gründer*in der „Divine“-Party. Mit anderen Worten: Allein für die Show lohnt es sich vorbeizukommen!
„Für mich ist es am wichtigsten, einen Safer Space zu schaffen, in dem Menschen ihre Erfahrungen teilen und die Erfahrungen anderer kennenlernen können.“
Die Moderation der Kundgebungen übernimmt Kylie Divon. Die trans Aktivistin, Musikerin und Performerin aus Libyen lebt seit 2017 in Deutschland und erlangte unter anderem durch ihre Klage gegen McDonalds wegen transfeindlicher Diskriminierung am Arbeitsplatz Bekanntheit.
Im Interview mit SIEGESSÄULE berichtet sie von ihrem Leben als arabische trans Frau in Deutschland. In Bezug auf die Demo am Samstag sagt sie: „Für mich ist es am wichtigsten, einen Safer Space zu schaffen, in dem Menschen ihre Erfahrungen teilen und die Erfahrungen anderer kennenlernen können. Nur so können wir Verbindung aufbauen.“
INTA* Pride
30.08., Startpunkt: 14:00, Panoramastraße 1, 10178 Berlin (DAK, Alexanderplatz)
Zwischenkundgebung: Frankfurter Tor
Abschlusskundgebung: Rathauspark Lichtenberg
Infos: instagram.com/transprideberlin
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