Pride

Trans Pride Berlin 2021 am 10. Juli

21. Juni 2021 fs
Bild: Noah Grigni

Unter dem Motto „Trans-Sein ist schön. Trans-Sein ist vielfältig!“ gibt es in Berlin auch einen Trans* Pride am 10. Juli. Wir fragten das Orga-Team nach den Details

Der Trans Pride Berlin 2021 startet am 10. Juli um 14 Uhr am Bahnhof Gleisdreieck, führt dann durch den Bergmannkiez und endet mit einer Kundgebung gegen 18 Uhr am Südstern. Zur Teilnahme eingeladen sind alle aus den unterschiedlichen trans* Communities, „egal ob nicht-binär oder binär, inter, gender-non-conforming oder gender-conforming, queer, bi, lesbisch, schwul oder hetero, disabled oder able bodied“, sowie Unterstützer*innen. Um Einhaltung der aktuellen Corona-Auflagen wird gebeten.

In diesem Sommer finden bereits mehrere Pride-Demonstrationen in Berlin statt. Wieso findet ihr es wichtig, zusätzlich noch einen eigenen Trans* Pride zu machen? Die Idee dazu kam sehr spontan. Wir sprachen über Pride im Sinne von „Stolz und Selbstwertgefühl” und uns fiel auf, dass es in der gesamten Pride-Saison kein dediziertes Event für trans* Personen gibt. Gerade im Zusammenhang mit der kürzlich verabschiedeten Ablehnung des Selbstbestimmungsgesetzes fanden wir es extrem wichtig, genau jetzt Präsenz zu zeigen. Mit diesem Pride hoffen wir, vor allem die Stimmen von trans* Personen laut werden zu lassen. Wir wollen erreichen, dass diese Menschen sich bestärkt fühlen. Dass es dieses Jahr so viele verschiedene Prides in Berlin gibt, finden wir übrigens ein gutes Zeichen. Die queere Community ist so unglaublich groß und divers. In einer perfekten Welt würden wir noch viel mehr Events sehen.

Es gab in den letzten Jahren bereits verschiedene ähnliche Initiativen in Berlin, z. B. den Trans March. Seht ihr euch in dieser Tradition? Jede Initiative besticht durch verschiedene Traditionen und Inspirationen. Dieses trans* Pride Event ist unser erstes, wir fanden es wichtig, diesen Raum für die Community zu öffnen und zu schauen, was sich daraus ergibt. Wir hoffen natürlich, dass der Trans Pride Berlin den gleichen Enthusiasmus und das gleiche Empowerment bringen kann, wie es großartige Initiativen wie der Trans March ermöglicht haben.

Welche Botschaften wollt ihr auf die Straße tragen? Die wichtigste Botschaft für uns ist „Trans Pride”. Es gibt so viele Herausforderungen für die trans* Community, hier wie auch weltweit. Neben unseren politischen Forderungen möchten wir einfach einen Tag haben, an dem wir uns feiern können. Trans*-Sein ist wunderschön, in all seinen Formen.

Wieso habt ihr diese Route gewählt? Wir wollten eine Strecke, die uns durch gut besuchte Stadtviertel führt, um möglichst sichtbar zu sein. Viele Berliner*innen, deren Aufmerksamkeit wir mit diesem Event erreichen wollen, dürften beispielsweise keine Ahnung vom kürzlich gescheiterten Selbstbestimmungsgesetz haben. Hier wollen wir Bewusstsein für die verschiedenen Problemlagen schaffen.

Elliot Page auf dem Cover der Vogue, trans* Charaktere in Serien: findet ihr, dass sich in Sachen trans* Sichtbarkeit in den letzten Jahren etwas verbessert hat? Die Repräsentation von trans* Personen in den Medien führt leider nicht automatisch zu Akzeptanz. Die Charaktere, die gezeigt werden, sind nicht selten einseitig oder stereotyp, sie entsprechen nicht der tatsächlichen Vielfalt queerer Identitäten und Körper. Dies setzt zum Beispiel trans* Personen unter Druck, die bestimmten Stereotypen nicht entsprechen wollen oder können. Unter derzeitigen Bedingungen ist es auch oft so, dass sobald eine queere Person das Glück hat, einen Film zu produzieren oder ein Buch zu veröffentlichen, sofort kritisch aus der Szene nachgefragt wird, welche Teile unserer Community daran beteiligt wurden und welche nicht. Natürlich fühlen sich die Menschen, die nicht beteiligt wurden, oft übergangen, das ist verständlich, so sollte es aber nicht sein. Es zeigt einfach, dass es prinzipiell noch nicht genügend Repräsentanz von LGBTIQA* gibt.

Was würdet ihr euch in Sachen Solidarität von der Berliner Szene wünschen? Wenn es Diskriminierungen gegen eine unserer Communities gibt, betrifft uns das alle. Solidarität muss auf den verschiedensten Ebenen stattfinden. Es wird Zeit, dass wir alle am selben Strang ziehen.

Trans Pride Berlin 2021, 10.07., 14 Uhr, U-Bahnhof Gleisdreieck, Ausgang Luckenwalder Str.
Erreichbarkeit/Barrieren: Die gesamte Demostrecke ist gut zugänglich, An- und Abreisebahnhof verfügen über Fahrstühle

Bild: Arwen Armbrecht

Die SIEGESSÄULE Redaktion in eigener Sache zur Corona-Lage:

Corona nervt, Corona mutiert, Corona ist nicht so einfach kleinzukriegen. Hoffnung macht der wachsende Impffortschritt und sinkende Inzidenzen, aber weiterhin müssen wir, – wie die ganze queere Szene – , durchhalten. Es wird aber ein Leben nach Corona geben!

Bis es soweit ist, freuen wir uns über jede Spende, die uns durch diese schwierige Zeit bringt.

Spenden könnt ihr ganz einfach per Paypal oder direkt auf unser Konto Special Media SDL GmbH, Betreff „Support SIEGESSÄULE”,
IBAN DE22 1005 0000 0190 0947 29 – Herzlichen Dank!

JETZT MIT PAYPAL SPENDEN!

#Selbstbestimmungsgesetz#Pride#LGBTIQ*#trans*