Pride

Berlin Pride: Alle Infos zur CSD-Saison 2021

14. Apr. 2021 as, fs, Michael G. Meyer
Bild: canva

Was passiert in und um Berlin in der Pride-Saison 2021? Was wird in diesem Jahr aus CSD, Dyke* March, Stadtfest und Co? Hier findet ihr die aktuellen Infos!

Sterndemo „CSD Berlin Pride“ am 26. Juni 2021

Aktivist*innen planen bereits im Juni eine Pride-„Sterndemo“. Das Konzept: mehrere kleinere Demonstrationen mit jeweils eigenen Themenschwerpunkten ziehen gleichzeitig durch die Stadt.
Die Demos sollen in verschiedenen Berliner Bezirken starten und sich dann gemeinsam in Richtung Alexanderplatz bewegen.

Der Plan wurde entwickelt, um in der Pandemie große Menschenansammlungen zu vermeiden – aber auch, so die Organisator*innen, um „den in Berlin seit Jahrzehnten in der LGBTIQ*-Community so unterschiedlichen, diversen und vielfältigen Menschen Sichtbarkeit und Raum“ zu geben. Die Initiative wolle sich von dem Gedanken verabschieden, „dass eine Institution das Monopol auf Ausrichtung einer CSD-Pride-Demonstration hat.“

In enger Abstimmung mit der Versammlungsbehörde und der Polizei soll die Sterndemo „coronakonform“ gestaltet werden, Hygienekonzepte sollen regelmäßig angepasst werden. Koordiniert wird das Team von Stefan Kuschner, ehemaliges Vorstandsmitglied des Berliner CSD e. V.

Bisher wurden drei Demos angemeldet, weitere sollen folgen. Der „Eastpride“ beschäftigt sich inhaltlich mit der Lesben- und Schwulenbewegung. Er startet an der Gethsemanekirche im Prenzlauer Berg und beginnt mit einem evangelischen Gottesdienst. Die Situation der queeren Infrastruktur in der Pandemie ist Thema der in Schöneberg startenden Demo, die von LGBTI*-Aktivist Nasser EL-Ahmad organisiert wird. Gemeint sind damit unter anderem Kulturschaffende oder die Club-, Gastro- und Eventbranche. Eine weitere Demo ab Kreuzberg hat antirassistische und queerfeministische Schwerpunkte und wird von Akteur*innen der QTBIPOC*-Community gestaltet.

Unterstützung bei der Anmeldung und der Erstellung eines Hygienekonzeptes finden Interessierte auf csdberlinpride.de.

Stern Demo Berlin
CSD Berlin Pride

Viertägige „CSD-Pride-Week“ vom 26. bis 29. Juni 2021

Die Sterndemo soll der Auftakt für eine Pride-Week sein, in der sowohl die Demonstrationen live übertragen, als auch Talks und Diskussionsrunden stattfinden werden. Schwerpunkte sind bisher: Antirassismus, Diversität, die Asylpolitik Deutschlands, Trans* und Intergeschlechtlichkeit und die Geschichte der Lesben- und Schwulenbewegung in der DDR.

Beteiligen werden sich u. a. die Musikerin und Moderatorin Achan Malonda, Konstantin Sherstyuk von Quarteera e. V. und Ria Cybill Geyer, erweiterter Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti).

CSD 2015
Brigitte Dummer

Neuer Vorstand des Berliner CSD e. V. gewählt, noch kein Termin für die Straßenparade

Der Berliner CSD e. V., der seit Ende der 90er die große Berliner Pride-Parade mit Wagen und Bühnenprogramm organisiert, ist derzeit dabei, sich neu aufzustellen. Der alte Vorstand hatte im November angekündigt, geschlossen zurücktreten zu wollen, am 27.03. wurde ein neuer Vorstand gewählt. Für zwei Jahre gewählt wurden: Marc Lehmann, Nasser El-Ahmad und Ulli Pridat. Für jeweils ein Jahr: Patrick Ehrhardt und Frank Sperling.

Der alte Vorstand hatte sich noch im November gewünscht, dass der Verein „bunter und vielfältiger“ werden solle. Zur Wahl für den neuen Vorstand hatten sich dann aber weder Frauen noch trans* oder nicht binäre Personen gestellt.

Bedingt durch die Corona-Pandemie hatte Pride des Berliner CSD e. V. in 2020 großteils nur digital stattfinden können. In 2021 solle wieder eine Straßenparade stattfinden, so der neue Vorstand des Vereins. Eine Terminoption wurde aber noch nicht bekannt gegeben.

CSD Berlin
Brigitte Dummer

Banner beim CSD Berlin in 2018

Neue „Aktionsgemeinschaft“ plant eigenen CSD am 11. September 2021

Mit der „Aktionsgemeinschaft LGBTIQ Berlin e. V.“ gründete sich im Februar ein Verein neu, der am 11. September einen Berliner CSD als Großevent plant. Dafür habe der Verein bereits eine CSD-Demo mit anschließender Abschlussveranstaltung am Brandenburger Tor angemeldet, sagt Thomas Kohs. Neben Markus Poscher ist er einer der Gründer der neuen „Aktionsgemeinschaft“.

Nach dem digitalen CSD im letzten Jahr sei der Berliner CSD. e. V. zu lange „untätig geblieben“, erklärte Kohs im März gegenüber SIEGESSÄULE. „Einen CSD zu organisieren dauert mindestens fünf Monate. Deshalb wollten wir schon mal anfangen und dem neuen Vorstand dann die Zusammenarbeit anbieten.“

Geplant ist am 11. September eine Demonstration, die sich an der traditionellen Demoroute des Berliner CSD orientieren soll, und eine Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor. Die Demo und das Abschlussevent werden voraussichtlich „CSD Berlin“ heißen – ein Begriff, der nicht geschützt ist und den entsprechend nicht nur der Berliner CSD e. V., sondern verschiedene Initiativen nutzen können, um Aktionen anzumelden. Dabei seien Veränderungen gegenüber der bisherigen großen CSD-Parade durchaus angedacht, erzählt Thomas Kohs. So soll das Event u. a. nachhaltiger und umweltfreundlicher gestaltet werden.

Thomas Kohs und Markus Poscher sind Teil des Unternehmens Rut Wiess Event GmbH, das u. a. für den Berliner LGBTI*-Weihnachtsmarkt Christmas Avenue verantwortlich ist und 2020 die Streckenvermarktung des Berliner CSD übernehmen sollte. „Wir haben mit den Ordnungsbehörden Mitte gesprochen und haben gemeinsam den Termin am 11.9. abgestimmt“, sagt Kohs. „Uns ist bewusst, dass das Datum leider in mehrfacher Hinsicht vorbelastet ist, aber es war der einzige Termin, an dem der Platz vor dem Brandenburger Tor noch verfügbar war.“

Falls sich abzeichnet, dass auch am 11. September eine Veranstaltung dieser Größe noch nicht durchführbar ist, solle das Ganze auf 2022 verschoben werde.

Pride Fahne.jpg
canva
Streit um die neue „Aktionsgemeinschaft“

Am 16. März wurde eine gemeinsame Pressemitteilung der Initiative Queerer Veranstalter Berlin veröffentlicht, zu der neben dem Berliner CSD e. V. auch der Berlin Leder und Fetisch (BLF) e. V., Folsom Europe e. V. und der Regenbogenfonds der schwulen Wirte e. V. gehören. In dem Schreiben distanzieren sie sich ausdrücklich von der neuen „Aktionsgemeinschaft“, die keinen der Vereine „in ihre Planung im Vorfeld mit einbezogen“ habe. Eine Zusammenarbeit sei deshalb ausgeschlossen.

Kritisiert wurde insbesondere die Wahl des 11. Septembers. Rund um das Datum fand bis zur Corona-Pandemie immer das Folsom Europe-Straßenfest statt. Zwar ist noch nicht klar, ob es in 2021 Folsom-Events geben wird, den Termin für einen CSD zu verwenden lehnt die Initiative Queerer Veranstalter jedoch ab.

Die gegen ihn und Poscher gerichteten Vorwürfe wies Thomas Kohs im Gespräch mit SIEGESSÄULE zurück: „Wir verstehen uns nicht als Gegenverein zum bestehenden Berliner CSD e. V.“. Die „Aktionsgemeinschaft“ sei immer nur als „Dachverband“ gedacht gewesen, nie als alleinige Organisatorin des CSD.

Pride Flagge vor der Siegessäule
Sally B.

Zweiter Marzahn-Pride am 17. Juli 2021

Auch in diesem Jahr soll es in Berlin-Marzahn wieder einen eigenen CSD geben: Der Verein für russischsprachige LGBTI*, Quarteera e. V., organisiert in Zusammenarbeit mit Lesben Leben Familie (LesLeFam) e. V. am 17. Juli eine Pride-Parade. Am ersten Pride in Marzahn in 2020 nahmen laut der Organisator*innen um die tausend Menschen teil.

Marzahn ist der Berliner Bezirk mit den meisten russischsprachigen Einwohner*innen. Einer der zentralen Gründe für Quarteera, hier einen Pride zu etablieren, ist die Unterstützung der russischsprachigen queeren Community. Die Aktion solle Vorurteile abbauen: sowohl gegenüber LGBTI* als auch gegenüber dem Bezirk, der bislang als nicht sonderlich queerfreundlich gilt.

„Nach der ersten Pride-Parade in Marzahn vor genau einem Jahr erhielten wir sehr viel Feedback, darunter Fragen, Ratschläge, Kooperationsangebote von vielen verschiedenen lokalen Initiativen und LGBT*-Aktivist*innen vor Ort“, erzählt Konstantin Sherstyuk von Quarteera. „Wir haben festgestellt, dass Marzahn uns viel näher ist als gedacht. Die Pride-Parade im russischsprachigsten Bezirk Berlins war somit sowohl für Aktivist*innen unserer Organisation als auch für die Einwohner*innen Marzahns von großer Bedeutung.“ Weitere Informationen, u. a. zur Route und den Schutz- und Hygienekonzepten, sollen im Juni bekanntgegeben werden.

CSD in Marzahn 2020
Quarteera e. V.

Lesbisch-schwules Stadtfest am 02./03. Oktober 2021?

Artikel von Michael G. Meyer

Das lesbisch-schwule Stadtfest rund um die Bars im Schöneberger Kiez ist eines der Highlights im queeren Kalender Berlins. Doch wie zu befürchten und wie schon vielfach geraunt wurde, ist derzeit alles andere als sicher, dass es dieses Jahr stattfinden kann.

Der traditionelle Termin im Juli – früher war es der Juni – ist ohnehin wegen der Pandemie nicht mehr zu halten. Wie Olaf Möller vom für die Organisation des Stadtfests verantwortlichen Regenbogenfonds der schwulen Wirte e. V. sagt, war seitens der Bundesregierung vor einigen Wochen zu hören, dass Großveranstaltungen diesen Sommer nicht stattfinden können: „Das bedeutete für uns, dass wir unseren ursprünglich avisierten Ersatztermin im September auf jetzt 02./03. Oktober verschoben haben, vorbehaltlich der Zustimmung des Bezirksamtes und unter Berücksichtigung der dann aktuellen Pandemielage.“ Eine Stellungnahme vom Bezirksamt zu dem neuen Termin steht noch aus. Olaf Möller betont: „Die Chancen stehen derzeit nicht so gut, ein Fest mit 350.000 Besucher*innen mit Hygienekonzept durchführen zu können, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir wollen ja sichtbar sein als größtes Stadtfest Europas, und außerdem ist die queere Szene, erst recht Bars und Shops als Anrainer, auf die Umsätze an dem Wochenende angewiesen.“

Doch nicht alle Wirte sind so überzeugt, dass es überhaupt in diesem Jahr wieder ein großes Stadtfest geben sollte. Ulrich Simontowitz, Betreiber des Hafen in der Motzstraße sagt, dass sich alle natürlich wieder Normalität wünschten, auch er. „Aber wir sollten nicht voreilig sein. Das Straßenfest im Oktober halte ich für keine so gute Idee, lieber ein kleines Straßenfest an einem Tag mit einer Bühne. Vielleicht am Abend davor ein Konzert mit ein paar Ständen. Das wäre, wenn es denn möglich sein sollte, ein angemessenes ‚Aufwecken‘ der Szene.“

Erschwert wird die Lage auch dadurch, dass an der Ecke Fugger/Eisenacher Straße Bauarbeiten stattfinden, bei denen noch nicht klar ist, wie lange sie andauern. Auch dafür würde man eine Lösung erarbeiten, sagt Olaf Möller.

Hauptproblem ist dieses Jahr aber wohl die finanzielle Lage der Bars, Shops, Veranstalter, Clubs und Vereine, die das Straßenfest ausmachen: „Alle kämpfen ums Überleben. Das hat natürlich auch Einfluss auf die Finanzierbarkeit von z.B. Standmieten, Bühnenprogramm, Equipment etc. Wir haben Vereinshilfen beim Senat für alle vier veranstaltenden queeren Vereine beantragt, damit Vorfinanzierungen von solch großen Veranstaltungen sichergestellt werden können. Eine Entscheidung vom Senat dazu steht aber noch aus.“

So ist die Gemengelage in diesem Jahr äußerst schwierig, man habe auch schon über einen anderen, temporären Standort nachgedacht, so Möller: „Als sicher gilt, dass wir zusätzliche Hygieneauflagen erfüllen müssten, oder etwas ,abspecken`. Aber das Stadtfest lebt von der lebendigen queeren Szene im Kiez: die Bierwagen stehen vor den Bars, die Stände von den Shops, usw.. Das macht das Stadtfest so interessant und schön, dass die Verbindung zur Szene direkt gegeben ist. Eine Verlagerung hätte außerdem das gleiche Problem der Pandemie und deren Hygiene. Ein Fest an unterschiedlichen Standorten mit Gästebeschränkung kostet enorm, und sowohl Catering als auch Shops könnten mit diesen Auflagen ihre Aufgaben finanziell nicht leisten.“

Ulrich Simontowitz vom Hafen meint, dass man nicht alles übers Knie brechen, und sich lieber Zeit zum Durchatmen nehmen sollte: „Dann können wir 2022 wieder loslegen. Wir brauchen alle diese Zeit des Erwachens und Mitmachens. Mit dem Ende der Pandemie sind unsere Probleme nicht vorüber, sondern im Gegenteil, bewusster geworden.“ Zu hoffen ist, sagt Simontowitz, dass die Szene zusammenhält und nicht zersplittert, egal ob und in welcher Form das Stadtfest dieses Jahr stattfindet.

Lesbisch-Schwules Stadtfest 2018
Brigitte Dummer

So sah´s beim Stadtfest vor Corona aus, Foto von 2018

CSD auf der Spree am 22. Juli, 23. September oder 30. September 2021

Traditionellerweise wird der Pride in Berlin auch auf dem Wasser gefeiert. Für den diesjährigen Bootskorso des „CSD auf der Spree“ wurde bereits ein geplanter Termin gekannt gegeben: der 22. Juli 2021. Sollte das Datum nicht einzuhalten sein, gibt es den 23. und den 30. September als Ausweichtermine.

Zwei Personen mit Kapitänsmützen beim CSD auf der Spree
Wattskonzept

Zweiter Słubice-Frankfurt Pride am 04. September 2021

Am 05. September 2020 fand zum ersten Mal ein gemeinsamer Pride der Nachbarstädte Frankfurt (Oder) in Brandenburg und dem polnischen Słubice statt. Die Demo zog durch beide Städte und setzte ein lautstarkes Zeichen für die Rechte von Queers in Deutschland und in Polen. Auch viele Berliner*innen beteiligten an der gelungenen Aktion.

Die Veranstalter*innen planen nun, die Demo zu wiederholen. Am 04. September 2021 soll sie erneut durch die Doppelstadt ziehen. „Für mehr Sichtbarkeit und Sicherheit queerer Menschen“, wie es in der Facebook-Ankündigung heißt – „und in Solidarität mit der von der Politik vielerorts weiter drangsalierten LGBTIQIA+-Community in Polen“.

Orga Team des Frankfurt Slubice Pride 2020.jpg
Instytut równości, Słubice-Frankfurt-Pride

Ein Teil des Słubice-Frankfurt Pride Orga-Teams 2020 mit Regenbogenflagge

Rückblick: So war die Berliner CSD-Saison 2020

Wegen der Corona-Pandemie mussten 2020 viele der traditionellen Straßendemos und -umzüge zur Pride abgesagt werden. So auch in der Hauptstadt. Dennoch war es ein Jahr mit gelungenen und kreativen Aktionen in Berlin und darüber hinaus. Als Themen im Mittelpunkt standen u. a. die #BlackLivesMatter-Bewegung, Solidarität mit LGBTI* in Polen sowie die prekäre Lage der Community in der Corona-Krise.

Berliner Demo „Save our Community, Save our Pride“ am 27. Juni 2020

Am 27.6.2020 gab es in Berlin trotz der Pandemie eine alternative Pride-Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmer*innen. LGBTI*-Aktivist Nasser El-Ahmad hatte zusammen mit seinen Mitstreiter*innen Wolfgang Beyer, Christian Pulz, Anette C. Detering sowie Stefan Kuschner zu der Demo aufgerufen. Die Aktion stand unter dem Motto „Save our Community, Save our Pride“ und wandte sich u. a. an die Berliner Politik mit der Forderungen, die queeren Kulturschaffenden und Gastronom*innen in der Krise zu unterstützen. Ein weiteres wichtiges Thema war die Lage von LGBTI* in Polen, Russland und der Ukraine, weshalb der Demonstrationszug an der polnischen und russischen Botschaft vorbeizog. Auch #BlackLivesMatter-Banner waren viele zu sehen.

Menschen bei der Berliner CSD-Demo 2020 am 27.6. mit Regenbogenfahnen
Erster eigener Pride in Berlin-Marzahn am 18. Juli 2020

Am 18.07.2020 gab es einen eigenen, kleineren Pride im Berliner Bezirk Marzahn. Organisiert hatte ihn der in Berlin ansässige Verein Quarteera e. V. für russischsprachige LGBTI* in Deutschland.

Marzahn ist der Berliner Bezirk mit den meisten russischsprachigen Einwohner*innen. Mit dem Pride wollten die Veranstalter*innen u. a. eine Diskussion über das Thema Identität anregen und darüber sprechen, was es bedeutet, als Emigrant*in und gleichzeitig queere Person in Deutschland zu leben.

CSD in Marzahn 2020
Digitaler CSD Berlin „Dont Hide your Pride“ am 25. Juli 2020

Die traditionelle große Pride-Parade des Berliner CSD e. V., die sonst Jahr für Jahr Hunderttausende Teilnehmer*innen auf die Straßen der Hauptstadt lockt, konnte in 2020 nicht in der gewohnten Form stattfinden. Statt als Straßenparade mit Wägen fand sie als „digitaler Pride“ vor allem im Internet statt. Unter dem Motto „Don’t hide your Pride, Sichtbarkeit – hier und weltweit“ war der digitale CSD auf verschiedenen Streaming-Plattformen zu sehen.

Wie der Berliner CSD e. V. im SIEGESSÄULE-Interview erzählte, war der erste digitale CSD für die Organisator*innen ein Experiment, das aber auch viele Möglichkeiten bot, sich kreativ zu beteiligen. In den Videostreams zu sehen waren u. a. queere Verbände, Initiativen, Gruppen und Künstler*innen, die sich präsentierten, performten, Musik machten oder Reden hielten.

Zusätzlich zu den Livestreams hatte der Berliner CSD e. V. kleinere analoge Aktionen angekündigt. So gab es u. a. eine Kundgebung im Nollendorfkiez mit begrenzter Teilnehmer*innenanzahl.

Die Forderungen des Berliner CSD 2020 lauteten:

„Regenbogenfamilien endlich anerkennen und gleichstellen!

Solidarität mit unseren Freund*innen in Polen und Ungarn!

Abschaffung des Transsexuellengesetzes

#BlackLivesMatter! Wir unterstützen den Konsens von BLMB

Wir unterstützen die Forderungen von Fridays for Future Deutschland

Stop hatespeech“

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canva
Dyke* March Berlin am 25. Juli 2020

Der Dyke* March Berlin fand ebenfalls am 25.07.2020, und trotz Corona-Krise wieder als analoge Demonstration auf der Straße statt. Denn wie es im Flyer zum Event hieß: „Hier gehört das Eintreten für lesbische Sichtbarkeit hin – sichtbar, öffentlich und gemeinsam! Besonders in Krisenzeiten."

Mit dem Slogan für 2020 „Wir sind ein Haushalt“ wollte der Dyke* March darauf hinweisen, dass Lesben und alle, die sich dazugehörig, mit ihnen verbunden fühlen und am Dyke* March teilnehmen, für diese wenigen Stunden einen gemeinsamen, politischen und emotionalen Haushalt bilden. Das Orga-Team begrüßte auch besonders politische Statements zum Thema #BlackLivesMatter.

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Brigitte Dummer

Banner beim Dyke* March in 2019

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#DykeMarch#Pride#BerlinerCSD#CSD