Pride 2020

Offiziell genehmigt: Berliner Pride-Demo am 27. Juni

17. Mai 2020
Bild: Brigitte Dummer
Foto: CSD 2018. Der vom Berliner CSD e. V. organisierte Pride am 25. Juli wird in diesem Jahr großteils nur virtuell stattfinden können

LGBTI*-Aktivist Nasser El Ahmad hat auf Facebook zu einer Pride-Demo am 27. Juni in Berlin eingeladen. Als Veranstalter werden neben Nasser u. a. auch Wolfgang Beyer und Stefan Kuschner, ehemaliges Mitglied des Berliner CSD e. V., genannt, die das Event in eigener Initiative angemeldet hätten. Unter dem Namen „Berlin Pride: Save our Community, Save our Pride“ sei die Demo offiziell genehmigt worden. Um 12 Uhr geht es los am Kudamm, eine genaue Route werde zeitnah bekannt gegeben. Die Teilnehmer*innenzahl sei im Moment auf 1.000 Personen begrenzt – sollte sie höher ausfallen, muss die Demo aufgelöst werden. Im Moment werde mit den zuständigen Behörden an einem entsprechenden Konzept gearbeitet, damit diese Situation nicht eintritt. Es gilt ein Mindestabstand von jeweils 1,5 m zwischen den Teilnehmer*innen. Außerdem wird empfohlen, einen Nasen- und Mundschutz zu tragen. Es werde „keine Trucks, keine Abschlusskundgebung und auch keine Werbekampagnen für Firmen geben.“

Die Demo wurde ins Leben gerufen, weil die große Berliner CSD-Parade am 25. Juli in diesem Jahr großteils nur digital, als Pride-Stream im Internet, stattfinden kann. Auf der Veranstaltungseite der Demo auf Facebook heißt es: „Wir, als Community, sollten uns jedoch nicht nur virtuell zeigen müssen. Wir müssen real sichtbar bleiben.“ Darüber hinaus soll für den Erhalt queerer Infrastruktur demonstriert werden, da queere Bars, Clubs, Künstler*innen und DJs trotz staatlicher Hilfen durch die Corona-Pandemie in ihrer Existenz bedroht sind.

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#Aktion#BerlinerCSD#NasserElAhmad#Pride#CSD

Update 18. Mai 2020

Ankündigungstext verändert

Der Ankündigungstext der Demo auf Facebook wurde mittlerweile verändert: Die Forderungen wurden ergänzt. So soll auch auf die Situation von LGBTI* in anderen Ländern aufmerksam gemacht werden. Angesprochen werden hier u. a. die Gemeinden/Städte in Polen, die sich zu „LGBTI-Ideologie-freien“ -Zonen erklärt haben. Die Infos zu den Corona-Auflagen wurden entfernt. Es heißt jetzt nur noch: „Detaillierte Angaben zu den Auflagen werden in der Woche davor bekannt gegeben.“

Stellungnahme des Berliner CSD e. V.: „Keine Konkurrenz“

Mittlerweile hat sich auch der Berliner CSD e. V. in einer offiziellen Stellungnahme zu dem Event geäußert. Grund dafür seien Anfragen, ob der Berliner CSD e. V. die Veranstaltung mitorganisieren würde bzw. wie der Verein zur Durchführung der Demonstration „Berlin CSD Pride: Save our Community, Save our Pride“ stehe. Der CSD e. V. sei an dieser Veranstaltung nicht beteiligt. Vorstandsmitglied Jasmin Semken erklärte allerdings dazu: „Wir wünschen den Mitstreiter_innen, die diese Demonstration angemeldet haben, bei der Durchführung viel Erfolg. Jedes Zeichen für eine gleichberechtigte Welt ohne Diskriminierung ist gut und wichtig.“

Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Der Tag der Demonstration, der 27. Juni 2020, ist als Tag der damaligen Ereignisse in New York und als Tag, an dem unter anderem in diesem Jahr der digitale Global Pride (SIEGESSÄULE berichtete) und der Pride live Aufmerksamkeit für die Themen der LSBTIQ+-Communitys schaffen werden, gut ausgewählt.“ Die Demo stehe mit dem Berliner CSD unter dem Motto „Don’t hide your Pride“, der am 25. Juli 2020 größtenteils online stattfinden wird, nicht in Konkurrenz.

Der Vorstand des Berliner CSD e. V. hatte sich aufgrund der Corona-Pandemie gegen eine reguläre Durchführung der geplanten Straßen-CSD-Parade am 25. Juli entschieden. Die gesetzlichen Vorgaben zum Coronavirus erlauben eine solche Großveranstaltung nicht.

Neben den zu beachtenden Hygiene- und Abstandsregelungen wolle der Vorstand des Berliner CSD e. V. nicht dafür verantwortlich sein, Menschen ablehnen zu müssen, deren Teilnahme die erlaubte Personenanzahl übersteigen würde. Stattdessen wolle der Verein am 25. Juli eine „neue Form“ des CSD in Berlin durchführen: Diese soll in großen Teil digital sein, „aber auch richtlinienkonforme analoge Elemente enthalten, um die Sichtbarkeit und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Stadt zu steigern.“