Pride am 25.07.

Alle Infos zum Berliner CSD und Dyke* March 2020

18. Juni 2020 as
Bild: canva

Die große Berliner Pride-Parade des CSD e. V. wird in diesem Jahr vor allem virtuell über die Bildschirme flimmern. Daneben soll es kleinere analoge Aktionen und Demos geben. Außerdem steigt am selben Tag der Dyke* March 2020 als Straßendemo für lesbische Sichtbarkeit


„Dont Hide your Pride“ – CSD Berlin am 25. Juli

Dieses Jahr fallen wegen der Corona-Pandemie an vielen Orten CSD-Demos aus. Am 27.6. gab es zumindest in Berlin eine Pride-Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmer*innen (SIEGESSÄULE berichtete). Die traditionelle große Pride-Parade des Berliner CSD e. V. am 25. Juli wird aber vorallem im Internet, und nur zu kleinen Teilen auf der Straße stattfinden. Unter dem Motto „Don’t hide your Pride, Sichtbarkeit – hier und weltweit“ soll der digitale CSD auf verschiedenen Streaming-Plattformen wie Youtube, Facebook und Twitch sowie im Fernsehen auf Alex TV zu sehen sein. Auch eine Ausstrahlung im Radio ist geplant.

Für die Organisator*innen ist der erste digitale CSD ein Experiment, das aber auch viele Möglichkeiten bietet, sich kreativ zu beteiligen. Wie der Berliner CSD e. V. im SIEGESSÄULE-Interview bestätigte, könne sich der Verein außerdem vorstellen, später im Jahr noch eine zusätzliche „Laufdemonstration“ zu organisieren, falls bis dahin die Abstands- und Hygieneregeln aufgehoben sind.

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canva

Wie wird der digitale CSD ablaufen?

Für den digitalen CSD am 25. Juli soll es verschiedene gleichzeitig ablaufende Streams geben. Das Programm beginnt um 14 Uhr im „Main-Stream“ mit Videobeiträgen von queeren Verbänden, Initiativen, Gruppen und Künstler*innen, die sich präsentieren, performen, Musik machen oder Reden halten.

Wer mitmachen will – ob als Gruppe oder Einzelperson, kann sich vorab beim Berliner CSD-Verein melden und bekommt ein Zeitfenster für seinen Videobeitrag zugeteilt. Dieser kann vorher produziert werden oder auch live auf Sendung gehen, sofern dabei u. a. geltende Hygiene- und Abstandsregeln befolgt werden. Um die Mitwirkenden bei der Videoproduktion zu unterstützen, hat der CSD-Verein auf seiner Homepage ein Tutorial bereitgestellt.

Die Deadline für die Anmeldung der Beiträge ist der 10.07. Eine Vorabplanung ist also erforderlich. Wer sich spontan und quasi vom Bildschirm aus beteiligen möchte, wird schnell an Grenzen stoßen. Aber auch hierfür soll nach Lösungen gesucht werden. Die Teilnahme mit einem Beitrag am „Main-Stream“ ist für Community-Gruppen, -Organisationen und -Vereine kostenfrei. Daneben gab es bis zum 30. Juni die Möglichkeit, kostenpflichtig einen eigenen Stream anzumelden, der parallel zum „Main-Stream“ läuft.


Forderungen des Berliner CSD 2020

Zwischen den einzelnen Beiträgen, die bis zu zehn Minuten lang sein können, wird auf die politischen Forderungen des CSDs eingegangen. Diese wurden auf Grundlage einer Online-Befragung entwickelt, sie lauten für 2020:

„1. Regenbogenfamilien endlich anerkennen und gleichstellen!“ (Dies bezieht sich vor allem auf die Diskriminierung von Lesben im deutschen Adoptionsrecht, Anm. d. Red.)

„2. Solidarität mit unseren Freund*innen in Polen und Ungarn!“ Gefordert wird eine klare Haltung und Stellungnahme von EU und Bundesregierung gegen die „Kriminalisierung, Diskriminierung und Ächtung von LSBTIQ+-Lebensweisen in EU-Mitgliedsstaaten.“

„3. Abschaffung des Transsexuellengesetzes“

„4. #BlackLivesMatter! Wir unterstützen den Konsens von BLMB.“

„5. Wir unterstützen die Forderungen von Fridays for Future Deutschland.“

Bühnenprogramm

Ab 19 Uhr beginnt dann das offizielle Bühnenprogramm des CSD als Stream mit verschiedenen Liveacts und Redebeiträgen. Von wo aus gestreamt wird, soll erst kurz vorher bekanntgegeben werden. Bisher bestätigte Moderator*innen sind Ralph Morgenstern, Ricarda vom Busenfreundin-Podcast und Polit-Queen Olympia Bukkakis. Musik gibt es u. a. von Katharine Mehrling, Margot Schlönzke, Justus Köhncke und Alle Farben.

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Brigitte Dummer

Foto: CSD am Nollendorfplatz 2019

Analoge Demos beim Berliner CSD

Parallel zum CSD-Stream sollen in der Motzstraße kleine, analoge Demonstrationen unter Hygieneauflagen stattfinden. Dafür ist ebenfalls eine Anmeldung erforderlich, denn Teilnehmer*innen bekommen einen Time-Slot zugewiesen. Auf diesem Weg soll verhindert werden, dass sich zu viele Menschen zur selben Zeit an einem Ort ansammeln. Während der Demos sind Reden und Performances sowie Interviews mit queeren Kulturschaffenden und Gastronom*innen geplant: Sie werden darüber sprechen, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf den Nollendorfkiez hat und welche Unterstützung sie sich von der Community wünschen. Damit die Interviews und Impressionen vor Ort alle CSD-Teilnehmer*innen erreichen, wird ein Kamerateam die Aktionen filmen und streamen.

Mehr Infos zum CSD Berlin am 25.07.2020 unter csd-berlin.de

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Brigitte Dummer

Foto: Dyke* March 2019

Dyke* March 2020

Der Dyke* March Berlin findet ebenfalls am 25.07., und trotz Corona-Krise auch 2020 als analoge Demonstration auf der Straße statt. Denn wie es im Flyer zum Event heißt: „Hier gehört das Eintreten für lesbische Sichtbarkeit hin – sichtbar, öffentlich und gemeinsam! Besonders in Krisenzeiten."

Es wird ein mit dem Gesundheitsamt und der Polizei abgestimmtes Hygienekonzept geben, in dessen Rahmen die Abstandsregeln und sonstige Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. Die Demo hat eine kürzere Route und weder eine lange Ansammlungsphase noch eine größere Abschlussveranstaltung, um einen dicht gedrängten Menschenauflauf zu verhindern. Start ist um 15 Uhr vom Neptunbrunnen am Alexanderplatz. Ziel ist das Brandeburger Tor. Genaue Infos zur Route folgen noch.

Dyke* March Slogan

Der Dyke* March will unter dem Slogan „Wir sind ein Haushalt“ darauf hinweisen, dass Lesben und alle, die sich dazugehörig, mit ihnen verbunden fühlen und am Dyke* March teilnehmen, für diese wenigen Stunden einen gemeinsamen, politischen und emotionalen Haushalt bilden.

Das Orga-Team begrüßt besonders politische Statements auf Bannern und Plakaten zum Thema Black Lives Matter.

Da eine Veranstaltungsplanung derzeit sehr schwer sei und Regeln und Auflagen sich jederzeit ändern können, weist das Team darauf hin, letzte Updates kurz vor der Veranstaltung unbedingt zu checken.

Mehr Infos zum Dyke*March am 25.07.2020 unter dykemarchberlin.com und auf Facebook

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