Aktion am 5. Juni in Mitte

Vierter Berliner Tuntenspaziergang

11. Mai 2021 fs
Bild: Sally B.
Sophia Solaris (vierte von rechts) beim Tuntenspaziergang 2018 in Mitte

Die vor vier Jahren entstandene Tradition des Tuntenspaziergangs, bei dem Queers gemeinsam, glitzernd, laut und bunt durch einen Berliner Kiez ziehen, wird weitergeführt. Nach der Corona-bedingten Pause im letzten Sommer soll am 5. Juni wieder ein Spaziergang im Bezirk Mitte für Sichtbarkeit sorgen

Treffpunkt für den vierten Berliner Tuntenspaziergang ist um 14 Uhr am Hackeschen Markt vor dem Geschäft „Butlers“. Von da aus geht es auf die Oranienburgerstraße, Friedrichsstraße, auf die Straße Unter den Linden bis vors Brandenburger Tor. Wie schon in den vorangegangenen Jahren ist die Demo auch diesmal wieder für alle LGBTIQ* und Supporter*innen offen – nicht nur für Drags und Tunten.

Organisiert wird die Aktion von den Berlin Sisters, bestehend aus Vanessa Karma, Phryne Dexter-Solaris und Sophia Solaris. 2018 stellten sie bereits einen Tuntenspaziergang in Mitte auf die Beine. Das Ziel: ein deutliches Zeichen gegen Vorurteile und Diskriminierung zu setzen.

„Gemeinsam sind wir stark!“

„Die Idee hinter dem gemeinsamen Spaziergang ist auch, LGBTIQ* einen Rahmen zu geben, in dem sie sich so zeigen können, wie sie sich fühlen“, erklärt Sophia Solaris gegenüber SIEGESSÄULE. „Egal ob in Herren- oder Damenbekleidung, mit Hosenträgern, Hand in Hand mit ihrer Partner*in, egal. Alle sollen sich sicher fühlen, denn gemeinsam sind wir stark. Hinsichtlich der Corona-Pandemie, in der Gruppentreffen nicht stattfinden können und viele unserer Safe Spaces nicht zur Verfügung stehen, ist dieses Gefühl umso wichtiger.“

Wer einen Wort- oder Showbeitrag zu der Aktion beisteuern will, zum Beispiel eine Musik- oder Dragperformance, kann sich vorab an das Orga-Team wenden. Regenbogenflaggen und alle weiteren LGBTIQ*-Flaggen, sowie Transparente können gern mitgebracht werden. Teilnehmende werden gebeten, sich Corona-konform zu verhalten, Masken zu tragen und Sicherheitsabstände einzuhalten.

Eine Tradition mit Zukunft

Der erste Berliner Tuntenspaziergang fand 2017 in Neukölln statt, im Rahmen des Festivals „48 Tunten Neukölln“ und als Reaktion auf mehrere Vorfälle homo- und transphober Gewalt, über die verschiedene Medien berichtet hatten. 2018 wurde die Aktion erst in Neukölln, dann in Mitte wiederholt. Unter dem Motto „It's T*-Time - Jetzt erst recht!“ riefen queere Aktivist*innen dann am 23. Februar 2020 zu einer Demonstration durch Neukölln auf – wobei das „T*“ für „trans*“ stand. Neben den Tuntenspaziergängen gibt es in Berlin außerdem auch die Tradition des „Trans*marchs“, der zuletzt 2019 stattfand.

„Was Homo- und Transphobie betrifft, sind alle Berliner Bezirke Problembezirke.“

Den Berlin Sisters war es für ihre Aktion wichtig, den Blick nicht nur auf Neukölln zu beschränken. „Homo- und Transphobie ist nicht nur im angeblichen Problembezirk Neukölln gegenwärtig, sondern leider auch in der Mitte Berlins, im Regierungsviertel, überall“, sagt Sophia Solaris. „Somit sind alle Berliner Bezirke Problembezirke. Und die rechte Stimmung in der Politik wird immer schärfer. Transphobie, Homophobie, Rassismus und Sexismus, Diskriminierung gegenüber Menschen mit Handycaps, Body Shaming und so fort finden vor der eigenen Haustür statt.“

Sophia Solaris` Wunsch und Appell für die kommenden Monate und Jahre: „Kings und Queens, macht sowas auch in eurem Bezirk!“

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#Mitte#LGBTIQ*#Tuntenspaziergang