Antwort des Gesundheitsministeriums

Blutspendeverbot für schwule Männer bleibt bestehen

6. Apr. 2020

Das Bundesgesundheitsministerium hat die Forderung zurückgewiesen, das de facto Blutspendeverbot für homo-und bisexuelle Männer aufzuheben. Das erklärte eine Sprecherin des Ministeriums am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Männer, die Sex mit Männern haben, dürfen weiterhin nur dann Blut spenden, wenn sie ein Jahr auf Sex verzichtet haben.

Jens Brandenburg und Kathrin Helling-Plahr von der FDP hatten den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Wochenende aufgefordert, sich angesichts der Corona-Pandemie dafür stark zu machen, diese Beschränkung aufzuheben. Anfang April hatten die Jungen Liberalen bereits eine entsprechende Online-Petition gestartet. Die Parteien FDP und Grüne brachten Anträge in den Bundestag ein, um die Diskriminierung bei der Blutspende endlich zu beenden.

Doch die Sprecherin des Gesundheitsministeriums teilte mit, dass man es weiterhin „fachlich für vertretbar“ halte, schwule oder bisexuelle Männer erst „nach einer zwölfmonatigen Karenzzeit zur Blutspende zuzulassen“. Denn „sexuell aktive Männer, die Sexualverkehr mit Männern haben", hätten ein „deutlich höheres Risiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten als die Allgemeinbevölkerung“. Als Beispiel wurden HIV-Neuinfektionen angeführt.

Auf Standpunkte, die dieser Ansicht fachlich widersprechen, wurde nicht weiter eingegangen. So hatte etwa der Bundesvorsitzende der Liberalen Schwulen und Lesben, Michael Kauch, anlässlich der Online-Petition zum Blutspendeverbot erklärt: „Ob hetero oder schwul, für die Sicherheit der Blutspende kommt es auf das sexuelle Risikoverhalten an: nicht ob man Sex hat, sondern wie. Im übrigen liegt das diagnostische Fenster zur Vermeidung falsch-negativer Tests auf HIV bei 6-12 Wochen und nicht bei einem Jahr.“




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