„Symbolische Wirkung unterschätzt“ – nach Höffner-Debakel meldet sich CSD zu Wort
Nach dem Debakel um den geplanten Höffner-Truck beim CSD räumt der Vorstand Fehler ein. Die symbolische Wirkung der Entscheidung und die AfD-Spende des Höffner-Gründers habe man unterschätzt. Zugleich kündigt der Vorstand Konsequenzen an
Nachdem rauskam, dass der Vorstand des Berliner CSD einen Truck von Möbel Höffner bei der diesjährigen Pride mitrollen lassen wollte – obwohl ihnen bekannt war, dass der Eigentümer des Einrichtungshauses Kurt Krieger Anfang des Jahres 18.000 Euro an die AfD gespendet hatte – hagelte es Kritik aus der Community. Daraufhin zog das Möbelhaus Höffner seine Teilnahme am diesjährigen CSD zurück.
Nun meldete sich der Vorstand mit einem offenen Brief an die Community und räumt ein, die symbolische Wirkung der Entscheidung sowie die AfD-Spende des Gründers unterschätzt zu haben. Im Brief wiederholen sie ihr Kernargument: „Unsere Abwägung zielte darauf ab, queere Mitarbeitende zu unterstützen, die sich in ihren Unternehmen für Vielfalt und Demokratie einsetzen.” Eine klare Haltung gegenüber der AfD und ihren politischen Zielen sei aber für den Berliner CSD weiterhin nicht verhandelbar, sie stehe im Widerspruch zu den Werten des Vorstands.
Weiterhin erkennt der Vorstand Fehler im Austausch mit den Mitgliedern an – rückblickend hätte man stärker das Gespräch suchen und mehr Feedback einholen müssen – und ist bemüht, der Verunsicherung in der Community entgegenzuwirken und das Vertrauen zurückzugewinnen.
Überarbeitung der Teilnahmebedingungen für Unternehmen angekündigt
Der Vorstand kündigt deshalb eine Überarbeitung der Teilnahmebedingungen für Unternehmen an, betont jedoch den hohen finanziellen Druck bei der Organisation: „Unsere Aufgabe ist es, immer wieder neu abzuwägen, welche Partnerschaften mit unseren Werten vereinbar sind. Das tun wir, auch wenn diese Entscheidungen in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft immer schwieriger werden.”
Auch deshalb unterstreicht der Vorstand den Zusammenhalt der Community gegen eine zunehmend queerfeindliche Gesellschaft und ruft trotz interner Konflikte zu Geschlossenheit gegen rechtsextreme Bedrohungen auf: Die eigentliche Auseinandersetzung finde nicht innerhalb der Community statt, sondern mit denen, die queere Rechte einschränken, Sichtbarkeit angreifen und die Demokratie schwächen wollen. Berlin brauche gerade jetzt den Schulterschluss eines starken CSD, so der Vorstand abschließend.
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