Interview zur „Pre Pride Show"

Conchita in Concert: „Unterhaltung mit Haltung“

7. Juli 2026 jano
Bild: Lukas Feix
Conchita Wurst kommt mit ihrem exklusiven Solokonzert ins Renaissance-Theater

Die zweite Ausgabe der Konzertreihe „Pride in Concert“ von Place2be.Berlin, der Tourismus- und Eventplattform der SIEGESSÄULE, wartet in diesem Pride-Monat mit einem besonderen Highlight auf: einem raren Solokonzert des queeren Superstars Conchita Wurst im wunderschönen Renaissance-Theater. Vorab verriet Conchita, was es in ihrer „Pre Pride Show“ zu erwarten gibt

Conchita, was kannst du mir über die „Pre Pride Show“ im Rahmen von „Pride in Concert“ verraten? Die „Pre Pride Show“ ist so etwas wie ein Vorbote eines neuen Programms. Seit der Entscheidung, mich aus dem Eurovision-Kontext zu verabschieden, habe ich wieder eine große Leichtigkeit für meine Bühnenpersona Conchita Wurst gewonnen. Ich habe wieder große Lust, mit der Figur für diejenigen Menschen zu performen, aus deren Community sie ja ursprünglich entstanden ist.

„Ich habe wieder große Lust, mit der Figur für diejenigen Menschen zu performen, aus deren Community sie ja ursprünglich entstanden ist.“

Welche Songs dürfen wir erwarten? Conchita-Klassiker? Coverversionen? Oder wirst du auch Tracks deines 2019er-Albums „Truth Over Magnitude“ spielen, das ja eher einen clubby Style hatte? Meine Konzerte leben generell von einer Mischung aus allen Genres und davon, über den eigenen Tellerrand zu sehen. Auch dieses Programm lebt vom Mix aus Conchitas Klassikern und Mitsing-Hits der queeren Popkultur und natürlich dürfen auch die großen Balladen nicht fehlen. Wie immer bei Conchita gilt: Erwarte das Unerwartete!

Gerade hast du dein deutschsprachiges Chansonprogramm im Tipi am Kanzleramt gespielt. 2025 warst du in ausgewählten Vorstellungen von „Romeo & Julia“ als Todesengel im Theater des Westens zu sehen. Soweit ich das überblicke, ist die Show im Renaissance-Theater aber das erste komplette Conchita-Solokonzert in Berlin seit 2016. Wahnsinn! Es ist tatsächlich ein Jahrzehnt her? Mir war gar nicht bewusst, dass wir auch ein Jubiläum feiern können! Ich hab schon sehr lange nicht mit meiner Band in Berlin gespielt, obwohl ich eigentlich recht oft in Berlin bin für Produktionen, fürs Fernsehen oder als Gast bei Shows und Galas. Endlich bin ich wieder mit meinem Programm zurück! Ich freue mich schon so sehr auf die „Pre Pride Show“ im Renaissance-Theater, das wird so toll!

Bild: Lukas Feix
Conchita wartet bei ihrer Show mit Klassikern, Mitsing-Hits und Balladen auf

Welche Verbindung hast du generell zu Berlin und was denkst du über die queere Szene in der Stadt? Berlin nehme ich immer als sehr politische Stadt wahr. Damit meine ich auch Berliner Drag und die queere Szene im Allgemeinen. Ich habe einerseits viele berufliche Verbindungen und sehr schöne Erinnerungen, angefangen vom CSD, Silvester am Brandenburger Tor, meine Mitwirkung an einer Friedrichstadt-Palast-Produktion oder eben am Theater des Westens oder das Orchesterkonzert in der Philharmonie. Und ich habe auch selbst viel vom kulturellen Angebot in der Hauptstadt konsumiert. Das Schönste an Berlin ist für mich aber nach wie vor, hier einige meiner wichtigsten Freundschaften zu haben und zu pflegen, wir nennen es immer „das Mädchenseminar“.

„Ich habe mehr zu bieten als das goldene Kleid von 2014.“

Als Person, die spätestens seit 2014 mit ihrer queeren Identität in der Weltöffentlichkeit steht – was würdest du sagen: Wie haben sich die gesellschaftliche und mediale Rezeption von dir als queerer Künstler*in seit damals verändert? Wurde es besser oder schlechter? Gesellschaftlich und politisch ist ja seitdem einiges passiert – und selten im Sinne einer Verbesserung der Lebenssituation von LGBTIQ* ... Damals bin ich ja nur als Conchita Wurst in der Öffentlichkeit aufgetreten und glaube, dass der Sensationsfaktor um die Figur groß war. Teilweise wurde die bärtige Diva auch auf ein künstlich konstruiertes Podest gehoben, das ich weder planen noch kontrollieren konnte. Ich konnte irgendwie weniger Facetten von mir zeigen, ich wurde immer mit Ernsthaftigkeit in Verbindung gebracht und hatte wenig Gelegenheiten, meinen Humor zu zeigen. Mittlerweile haben aber auch die Medienschaffenden verstanden, dass ich mehr zu bieten habe als das goldene Kleid von 2014 und dass ich mich immer weiterentwickle. Ich glaube, sie haben letztendlich verstanden, dass ich – bei allem Spaß – immer Unterhaltung mit Haltung mache. Und das finde ich superwichtig in einer Zeit, in der vieles dekonstruiert wird, was wir mühselig aufgebaut haben. Errungenschaften abseits des Mainstream sind eben sehr fragil, ihr Verlust betrifft aber auch immer die Massen.

SIEGESSÄULE präsentiert
Pride in Concert:
Conchita Wurst „Pre Pride Show“,
Einlass 19:00, Beginn 20:00,
Renaissance-Theater Berlin,
im Anschluss bis 23:00:
Get-together im Bruckner-Café des Renaissance-Theaters,
renaissance-theater.de

Folge uns auf Instagram

#CSD#Conchita Wurst#ESC#Eurovision Song Contest#Interview#Konzert#Musik#Place2be#Pride#Renaissance-Theater#place2be.berlin

Das Siegessäule Logo
Das Branchenbuch mit Haltung
Queer. Divers. Überzeugend.