Von Bingo bis Double Dribble
Kings, Queens, Quings and Queers: Kennt ihr eure History-Fakten und Ikonen? Am 25. August laden die Dragkings Beyefendi und Lilith the Quing im Rahmen des Pop-Kultur Festivals zu einem Bingoabend voller LGBTIQ*-Popgeschichte, Drag und Glam ein. Aber es gibt natürlich noch viel mehr zu entdecken bei der diesjährigen Festivalausgabe!
Als Festival, das gezielt subversive Künstler*innen und kreative Formate abseits des Mainstreams fördert, bietet Pop-Kultur auch dieses Jahr zahlreiche Highlights für ein queeres Publikum. Vom 24. bis zum 30. August treffen auf dem Gelände der Kulturbrauerei und an weiteren Spielorten Livemusik und Performances auf Gespräche über Pop und Politik. Außerdem gibt es wieder kostenlose Formate in der Çaystube, einem Treffpunkt für queere, postmigrantische und FLINTA*-Perspektiven. Dazu kommt „Full Court Femme“: Ein Basketball-Court in der Kulturbrauerei gibt einen Vorgeschmack auf den FIBA Women’s Basketball World Cup 2026 im September und verbindet ihn mit einem Sport-, Kunst- und Community-Programm.
Zu den musikalischen Highlights zählt das Synth-Pop-Duo Lingua Erotica, das am 28. August in der Çaystube seine Debüt-EP „Wrapped in Silk“ live präsentiert. Ebendort ist auch Dornika zu erleben. Mit Punk-Attitüde mischt sie Dark Electronica, Rap und Hyperpop. In bester Gesellschaft ist sie an diesem Festivaltag mit der New Yorker Rapperin und Sängerin Sorvina, die sich in ihren Conscious-Rap-Texten mit Queerness, Identität und Selbstfindung beschäftigt.
„Punk ist scheiße, Punk ist geil“
Im Silent Green tritt am 26. August Avalon Emerson & The Charm auf. Das Bandprojekt der bekannten DJ verbindet Indie mit elektronischen Einflüssen. Wer es lauter mag, sollte am 29. August in der Kulturbrauerei vorbeischauen. Dort stellt die Berliner Band Deutsche Laichen ihr aktuelles Album vor: „Punk ist scheiße, Punk ist geil“ – und gespickt mit queerfeministischen Inhalten. Yesim Duman, Mitglied des Pop-Kultur-Programmteams, empfiehlt queeren Besucher*innen darüber hinaus die Performance „Double Dribble/Grand Jeté“ von Göksu Kunak sowie den Talk zu Female Fandom mit Basketball-Expertin Ireti Amojo.
Vernetzung immer wichtiger
Entgegen der Kulturpolitik der vergangenen Jahre stellt das Festival auch dieses Jahr die Förderung lokaler Kultur und neuer künstlerischer Perspektiven in den Mittelpunkt. Für Festivalleiterin Marie von der Heydt ist Kulturförderung eine dringend notwendige Investition in die Zukunft: „Wir wollen da fördern, wo es wichtig ist und Wirkung erzielt, also durch das Bereitstellen von Strukturen, den Ausbau von lokalen und internationalen Vernetzungen und die gezielte Förderung von Nachwuchs.“ Für das diesjährige Nachwuchsprogramm seien so viele Bewerbungen eingegangen wie nie zuvor. Es fehle also nicht an Talenten in Berlin, sondern an nachhaltigen Förderstrukturen, so von der Heydt, die das Festival deshalb auch in einer besonderen Verantwortung sieht.
Wenn eine Regierung ungehemmt an sozialen, kulturellen und bildungspolitischen Projekten kürze, werde Vernetzung untereinander immer wichtiger. Genau hier setzt das Pop-Kultur Festival an und schafft niedrigschwellige Begegnungsräume für Künstler*innen, Kulturschaffende und Publikum. Festivaldramaturg Christian Morin sagt: „In Zeiten, in denen die Kultur politisch wie finanziell immer weiter unter Druck gerät, scheint mir Kollaboration die wichtigste Weichenstellung für die Zukunft zu sein.“
SIEGESSÄULE präsentiert:
Pop-Kultur Festival,
24.–30.08.,
Kulturbrauerei, Pierre Boulez Saal, Berliner Ensemble, Silent Green u. a.
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