CSD-Verein will World Pride 2032 nach Berlin holen
Der Berliner CSD e. V. hat heute in einer Pressemitteilung die Forderungen des diesjährigen CSD vorgestellt. Sie sind das Ergebnis des öffentlichen CSD-Forums vom 7. Mai 2026. Daraus geht hervor, dass sich der Verein für den WorldPride 2032 bewerben möchte
Der Berliner CSD strebt die Ausrichtung des World Pride 2032 an und wird sich mit Unterstützung des Lesbisch-schwulen Stadtfests und des Folsom e. V. darauf bewerben. Damit „wollen wir einen gemeinsamen Prozess anstoßen, der das Wir-Gefühl in der Community und Stadtgesellschaft stärkt, Menschen zusammenbringt und starke Signale für Freiheit, Vielfalt und Demokratie in die Gesellschaft sendet“, erklärt Vorstandsmitglied Marcel Voges.
Sollte die Bewerbung erfolgreich sein, würde der World Pride erstmals in Deutschland stattfinden. Der internationale CSD wird alle zwei Jahre ausgetragen und findet 2026 vom 25. Juli bis zum 8. August in Amsterdam statt. Bereits 2017 hatte es eine Bewerbung aus Berlin gegeben.
Auch die LSU hatte sich im März für eine Bewerbung der Hauptstadt ausgesprochen. „Ein World Pride in Berlin ist das Zeichen für gelebte Freiheit und ein unmissverständliches Signal, dass unsere Stadt ein sicherer Hafen für die LSBTIQ+-Community bleibt“, hieß es damals.
Der World Pride zählt zu den größten internationalen LGBTIQ*-Veranstaltungen. Neben Berlin gibt es bereits weitere Interessenten: Auch London hat eine Bewerbung für 2032 angekündigt.
Mehr Schutz für LGBTIQ*, Förderung von Bildung und Gesundheit
Die weiteren Forderungen des CSD-Vereins konzentrieren sich auf den Schutz queerer Räume und Projekte durch ein „Schutz- und Entwicklungsprogramm“. Queere Projekte sollen bei der Vermietung und Verpachtung landeseigener Immobilien stärker berücksichtigt werden. Zudem fordert der Verein eine stärkere Förderung von Vielfalt in der Bildung sowie unabhängige Beschwerdestrukturen.
Auch Maßnahmen gegen digitalen Hass stehen auf der Agenda: Der Staat müsse sein Schutzversprechen einlösen, zudem müsse die Landesstrategie für queere Sicherheit konsequent umgesetzt werden, „damit queere Menschen sich im öffentlichen Raum frei, sichtbar und sicher bewegen können“.
Ausgebaut werden sollen außerdem Gesundheitsangebote, sowohl im Bereich der psychosozialen Beratung als auch bei geschlechtsangleichenden und geschlechtsbestätigenden Behandlungen sowie bei der Fortführung und Umsetzung der Ziele der Vereinten Nationen zur Beendigung von Aids.
Darüber hinaus fordert der CSD e. V., queere Großveranstaltungen langfristig abzusichern. Das Lesbisch-schwule Stadtfest, Folsom oder der CSD selbst seien wichtige wirtschaftliche Faktoren für Berlin. Die zukünftige Landesregierung müsse daher mehr Gelder aus den touristischen Einnahmen (City Tax) bereitstellen und die Trägerstrukturen entlasten.
„Berlin als Regenbogenhauptstadt zu halten und weiterzuentwickeln bedeutet, queeres Leben in all seinen Facetten zu stärken: durch mehr Sicherheit, starke Community-Strukturen, bessere Bildungs- und Gesundheitsangebote und langfristige Unterstützung für queere Infrastruktur“, so fasst es Vorstandsmitglied Carolina Philipps zusammen.
CSD 2026: „Haltung ist hot“
Der CSD wird 2026 erstmals auf zwei Tage ausgeweitet. Am Freitag, 24. Juli, steigt ab 18 Uhr ein Demokratieabend mit Beiträgen aus Musik, Kunst und Politik am Brandenburger Tor. Am Samstag, 25. Juli, folgt dann die große CSD-Demo. Das Motto lautet in diesem Jahr „Haltung ist hot“. Mit der Kampagne setzt der Verein ein Signal zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses im September und will explizit Erstwähler*innen, erstmals auch 16- und 17-Jährige, ansprechen.
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