20 Jahre experimentelles Kino – XPOSED Queer Film Festival
Vom 21. bis 31. Mai findet die 20. Ausgabe des Xposed Queer Film Festivals statt. Neben einer Retrospektive und drei Ausstellungen gibt es natürlich wieder jede Menge spannende Kurz- und Langfilme
Das Xposed feiert Jubiläum: Bereits zum 20. Mal findet das queere Filmfestival statt und blickt in dieser besonderen Ausgabe auf zwei Dekaden LGBTIQ*-Filmgeschichte zurück. Merle Groneweg, die bereits seit 2015 als Kuratorin fürs Festival tätig ist, erinnert sich im SIEGESSÄULE-Gespräch: „Es hat sich wirklich viel verändert. Vor zehn Jahren konnten wir nur das Kino Moviemento bespielen, mittlerweile laufen parallel Filme im Babylon Kreuzberg, im Wolf und im IL Kino.” Auch was das Festivalprogramm selbst betrifft, habe sich einiges getan. „Wenn wir unser Programm damals mit heute vergleichen, dann war der Fokus auf trans* und nicht binäre Personen früher nicht unbedingt so gegeben. Mittlerweile sind weitaus mehr Produktionen von BIPoC und aus dem globalen Süden dabei.”
Erstmals Kurzfilme zu Sexarbeit
In diesem Jahr umfasst das Hauptprogramm 15 Langfilme und 58 Kurzfilme aus mehr als 20 Ländern. Die Opening Night am 28. Mai startet um 18:30 im Babylon Kreuzberg mit dem Kurzfilmprogramm „Body Futures“, im Anschluss wird um 20:15 „Apolo“ gezeigt. Dieser Eröffnungsfilm dokumentiert einfühlsam Schwangerschaft und Alltag eines brasilianischen trans* Paares. Die Auswahl erstreckt sich dabei wie üblich von experimentellen Low-BudgetProduktionen bis hin zu den Preisträger-Filmen der Berlinale.
„Wir befinden uns gerade an einem politischen Zeitpunkt, an dem wir als Community zusammen kämpfen. Unser Programm ist das Manifest dafür.“
Sarnt Utamachote, seit 2021 Teil der Auswahlkommission, bezeichnet das diesjährige Programm als politisches Statement: „Genau das sagen, was man sagen möchte, auch wenn es provokativ ist. Ich glaube, wir befinden uns gerade an einem politischen Zeitpunkt, an dem wir als Community zusammen kämpfen. Unser Programm ist das Manifest dafür.” Unter den Kurzfilmen findet sich so erstmalig eine Reihe, die sich aus mehreren globalen Perspektiven dem Thema Sexarbeit widmet. In der Auswahl ist auch der für einen Teddy Award nominierte Langfilm „Black Burns Fast“. Mit viel Witz und Herz erzählt die lesbische RomCom von Freundschaft und der ersten Liebe in einem Internat in Südafrika.
„Queerness bedeutet für mich immer auch anders zu denken.“
„Queerness bedeutet für mich immer auch anders zu denken“, so Sarnt. „Wo andere Festivals vielleicht sagen, das ist too much oder unverständlich, sagen wird: Weird Shit, please happen!” Das Jubiläum des Festivals ist zudem Anlass für eine Retrospektive, welche bereits vorab zwischen dem 21. und 24. Mai im Sinema Transtopia gezeigt wird. Kurator*innen der vergangenen 20 Jahre haben aus ihren Favoriten der Geschichte des Festivals zwei Langfilme und 40 Kurzfilme gewählt.
Darüber hinaus will das Festival mit dem Parallelprogramm neue Wege einschlagen. Die bereits etablierte Reihe an Panels und Workshops im aquarium, die üblicherweise den Rahmen bildet, wird in diesem Jahr durch mehrere Ausstellungen ergänzt. „The screen has accidentally, intentionally, been left blank“ (21.–31.05. im aquarium am Südblock), „Live from home“ (21.05.–18.06. in der Vierten Welt) und „Follow their footsteps“ (21.05.–18.06. in der Vierten Welt). Neben Postern und Trailerentwürfen fürs Festival von Designerin Marion Harbinger werden hier auch Video- und VR-Installationen präsentiert. So will das Festival die Grenzen zwischen Filmschaffenden und Publikum neu denken.
SIEGESSÄULE präsentiert
Xposed Queer Film Festival
21.–31.05.
Moviemento, Wolf Kino, Aquarium, IL Kino, Babylon Kreuzberg, Sinema Transtopia
xposedfilmfestival.com/2026
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