Gleitmittel als Wunderwaffe: Electroclash-Musikerin Peaches auf Tour
Die kanadische Electroclash-Musikerin Peaches lebt seit den frühen 2000er-Jahren in Berlin. Aktuell ist sie mit „No Lube So Rude“ auf Welttournee. Es ist ihr erstes Album seit über zehn Jahren. Im Mai kommt sie mit den neuen Liedern für zwei (ausverkaufte) Konzerte ins Astra Kulturhaus
Peaches, die Kostüme, die du auf deiner Tour trägst, sind wie immer atemberaubend. Es ist quasi ein Festival der Körperhaare ... Die Leute haben immer noch das Gefühl, sich an bestimmte, traditionelle Schönheitsideale halten zu müssen. Diese Schönheitsideale nehme ich gern unter die Lupe. Und Haare sind ein sehr wirkungsvolles Mittel, um das zu unterstreichen, denn es kommt allein darauf an, wo sich die Haare am Körper befinden, ob sie als feminin oder unattraktiv wahrgenommen werden. Deshalb trage ich sie auf der Bühne an unerwarteten Stellen.
„Ich möchte mich mit hängenden oder schlaffen Brüsten wohlfühlen, sie mögen, sie anziehend finden.“
Im ersten Song deines Albums, „Hanging Titties“, singst du über hängende Brüste. Was hat dich dazu inspiriert? Da sind wir auch beim Thema Schönheit. Es gibt eine Menge Songs über kleine, straffe Brüste. Und ich bin in einem Alter, in dem die Schwerkraft zuschlägt. Ich möchte mich mit hängenden oder schlaffen Brüsten wohlfühlen, sie mögen, sie anziehend finden. Es ist auch ein Song über die Wechseljahre.
Du stehst seit dem Jahr 2000 unter dem Namen Peaches auf der Bühne, dein Körper steht stets im Mittelpunkt der Auftritte. Seit 26 Jahren sieht dich dein Publikum altern. Im November wirst du 60. Hat sich die Beziehung zu deinem Körper verändert? Mein Körper läuft eigentlich ganz gut. Ich bin sogar ziemlich zufrieden damit.
Wie hast du dein neues Album komponiert? Hast du es in Eile zusammengestellt, oder war es eher so, dass du seit Langem Notizen und Melodieskizzen im Kopf hattest? Es war irgendwie beides, würde ich sagen, aber es gab Zeitdruck. Meine letzte Tour, die „The Teaches of Peaches“- Anniversary-Tour, lief wirklich gut. Und mein Booking-Agent meinte, wir sollten das nutzen und die nächste Tour schon buchen. Also wollten wir das Album bis zu dieser Tour fertig haben. Letztendlich hatten wir knapp ein Jahr Zeit dafür.
Deine neue Wunderwaffe ist Gleitmittel, um die vielen Reibungen in der heutigen Welt auszugleichen. Wie viele Liter Gleitgel sind nötig, um den Weltfrieden zu erreichen? Ich werde eine Menge brauchen – eine verdammte Menge.
„Mein Herz schlägt für die Performance. Es ist aufregend, all diese Optionen zu haben.“
Seit etwa einem Jahrzehnt arbeitest du auch im Museumsbereich. Du kuratierst Ausstellungen, machst Performancekunst, wie letztes Jahr im Gropius Bau, als du Yoko Onos mythisches „Cut Piece“ performt hast. Fühlst du dich in solchen Räumen genauso wohl wie bei deinen Konzerten? Es ist toll, diese Erweiterung zu haben. Mein Herz schlägt für die Performance. Es ist aufregend, all diese Optionen zu haben.
„No Lube So Rude Tour 2026“
05.+06.05., 20:00
Astra Kulturhaus
Support 05.05.: Dornika Support
06.05.: Bleach & The Bumholes
astra-berlin.de
Peaches Afterparty
06.05., 23:00
Crack Bellmer
Line-up: Anita Drink, RAGE, Mad Kate, Papi Pistola
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