Queeres Filmprogramm in der Kinemathek
Nicht nur die Ausstellung „Inventing Queer Cinema“ in der Deutschen Kinemathek ist sehenswert, auch das Begleitprogramm lohnt den Besuch
Es gibt reichlich zu sehen in der Industriehalle des ehemaligen E-Werks – Hunderte Szenenfotos, Requisiten, Kostüme und Clips aus Filmen. Im hauseigenen Kino der Kinemathek werden dort bis Ende September aber auch rund 100 ausgewählte queere Filme gezeigt. Mit einem Ausstellungsticket ist der Besuch inbegriffen, die Dauerkarte gibt’s für 25 Euro.
Queere Filmhighlights
Im Juli stehen Produktionen ab dem Jahr 2000 im Zentrum. So gibt es ein Wiedersehen mit einer der besten schwulen Liebesgeschichten: Francis Lees „God‘s Own Country“ (2017) mit Josh O‘Connor als junger Schafzüchter in Yorkshire, der mit seinen Gefühlen zu einer rumänischen Hilfskraft hadert. In „Rafiki“ (2018) von Wanuri Kahiu verlieben sich in Nairobi zwei toughe Frauen und trotzen den Anfeindungen ihrer Umwelt. In Georgia Oakleys Debüt „Blue Jean“ (2022) gerät 1988 eine Sportlehrerin durch das britische Antihomosexuellengesetz Section 28 in Bedrängnis. Mit „Minjan“ (Regie: Eric Steel) und „Du sollst nicht lieben“ (Regie: Haim Tabakman) gibt es zwei sehr unterschiedliche Perspektiven zu schwulem Begehren in der jüdischen Community – unter russischen Migrant*innen in New York City und in einer ultraorthodoxen Gemeinde in Jerusalem.
Aktivismus in der Filmbranche
Besondere Aufmerksamkeit verdient die von Toby Ashraf kuratierte Talkreihe. Am 10.7. dreht sich alles um einen Meilenstein des deutschen Kinos: Praunheims „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“. Wie wirkt ein Film, der 1971 für einen Skandal sorgte, im Jahr 2026? Darüber werden der Sexualwissenschaftler Martin Dannecker sowie die Regisseure Jochen Hick und Faraz Shariat mit dem Publikum in den Austausch gehen. Was queerer Aktivismus in der Filmbranche heute bewirken kann, darüber sprechen am 17.7. Vertreter*innen der Queer Media Society und von #ActOut. Wie es um queere deutsche Fernsehproduktionen steht, wollen am 30.7. die Regisseur*innen und Autor*innen Merle Grimme, Lamin Leroy und Kerstin Polte diskutieren.
SIEGESSÄULE präsentiert Inventing Queer Cinema Filmprogramm + Talkreihe
bis zum 13.09.
Infos zu Film- und Begleitprogramm: deutschekinemathek.de
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