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Spendenaufrufe für queere Clubs, Bars und Institutionen

1. Apr. 2020

Viele queere Clubs, Bars, Kultureinrichtungen, Künstler*innen und Selbstständige sind durch die Coronakrise in ihrer Existenz bedroht. Denn ohne Einnahmen wird es schwer laufende Kosten wie Miete und Löhne zu decken. Ein Großteil der Betroffenen kann diese Situation, wenn überhaupt, nur wenige Wochen durchstehen. Laut Aussage der Berliner Clubcommisson vom 14. März mussten einige Berliner Clubs - darunter auch queerrelevante - bereits Insolvenz anmelden. Auch ist im Moment noch nicht abzusehen, ob eine Schließung über den 20. April hinaus notwendig ist, zumal selbst bei einer Wiedereröffnung erst einmal nicht die selben Einnahmen wie vor dem Shutdown zu erwarten sind. Staatliche finanzielle Zuschüsse sind angekündigt worden, wann sie umgesetzt werden und ob sie die anfallenden Kosten decken, ist im Moment noch unklar. Einige Szeneorte haben in den letzten Tagen Spendenaktionen ins Leben gerufen, die wir an dieser Stelle auflisten und fortlaufend ergänzen werden:

Whole Festival
Die vierte Ausgabe des queeren Musikfestival „Whole" musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Auf startnext.com wurde eine Spendenkampagne gestartet, um das Projekt am Leben zu erhalten. Spendenziel sind 100.000 Euro! Auch wenn die Veranstaltung nicht stattfinden kann, sind bereits Produktionskosten angefallen und man möchte mit dem Geld u. a. die Leute bezahlen, die bereits an den Vorbereitungen des Festivals gearbeitet haben.
startnext.com

Rauschgold
Die Szenebar ist eine Mischung aus Nachbarschaftsbar, Dragqueen-Treff und Stammtischlocation. Da auch hier laufende Kosten wie Miete und Gehälter anfallen, braucht das Rauschgold Unterstützung. Supportaktion:
startnext.com

Hafen
Seit 1990 gibt es die traditionsreiche Szenebar in Schöneberg. Um den Laden am Laufen zu halten, bitten sie über die Webseite „Helfen.Berlin" Gutscheine zu kaufen, die man später einlösen kann:
helfen-shop.berlin

Akademie Waldschlösschen
Bildungseinrichtung für LGBTI*, HIV-positive und an AIDS erkrankte Menschen und für Menschen mit geistiger Behinderung. In in ihrem Spendenaufruf heißt es: „Trotz radikaler Kurzarbeit und teilweisem Lohnverzicht bleiben Fixkosten für notwendiges Kernpersonal und Unterhalt der Gebäude.“ Für die nächsten zwei Monate fehlen 74.000 Euro. Spendenaktion unter dem Hashtag #AWSmussbleiben
betterplace.org
Die Akademie Waldschlösschen konnte bereits sein Spendenziel erreichen! Es wurden 74.631 Euro gesammelt.
Das Team bedankt sich in diesem Video für die Unterstützung:



Tristeza
Neuköllner Kollektivkneipe mit FLTI*-Abenden, Drag-Shows und anderen queeren Veranstaltungen! Trinkgelder werden hier an „emanzipatorische Projekte“ gespendet. Supportaktion auf:
gofundme.com

Banana Calling
Queeres veganes Café, das Anfang des Jahres eröffnet hat. Spenden kann man über Paypal an callingbanana@gmail.com Es gibt auch die Möglichkeit Gutscheine zu kaufen, die man später im Café einlösen kann.

Silver Future / Curly Bar
Kultkneipe in der Weserstr. mit einem queeren alternativen Publikum! Hier treten u. a. regelmäßig die Drag-King-Truppe „Venus-Boys" auf. Anfang des Jahres eröffneten die Betreiber*innen des Silver Future in den ehemaligen Räumen der Moritz Bar im Wedding mit dem Curly eine queere Cafébar. Zur Unterstützung der Teams vom Silver Future und vom Curly bitten sie auf ihrer Webseite um Spenden.
silverfuture.net

SchwuZ
Eine der beliebtesten Berliner Szeneinstitutionen ist das seit 1977 existierende SchwuZ. Der Club mit mehreren Tanzflächen im Rollbergkiez ist darüber hinaus auch eine kulturelle Plattform für die queere, schwul-lesbische Subkultur dieser Stadt. Unter dem Hashtag #saveourschwuz bittet der Club um finanzielle Unterstützung. Spendenaktionen wurden hier gestartet:
gofundme.com
startnext.com

SO36
Einer der bedeutendsten alternativen Clubs in Berlin! U. a. findet hier seit über 20 Jahren die Veranstaltung „Gayhane" statt, Schutzraum und Partyhighlight für viele queere Menschen aus den türkischen und arabischen Communitys, als auch das legendäre „Kiezbingo“ mit Gisela Sommer und Inge Borg. Spendenaufruf auf der Webseite des SO36:
so36.com

Café Morgenrot
Im Kollektiv betriebenes, alternatives Café mit politischem Anspruch und queeren Veranstaltungen und DIskussionen.
morgenrot.blogsport.eu

Beate Uwe
Berliner Electroclub, in dem immer wieder auch queere Partys wie die „Eisengrau“ stattfinden. Spendenaufruf auf Facebook:
facebook.com/beateuweberlin

OYA
Nach zweimonatiger Schließung öffnete das queerfeministische Café OYA in der Mariannenstraße Anfang März wieder. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte man einen Spendenaufruf gestartet, um die Kosten der Umstrukturierung zu decken. Die Situation hat sich durch die Corona-Krise noch verschärft.
gofundme.com

Böse Buben
Deutschlands einziger schwuler Spanking-Verein: Hier finden Fetisch-, Sex-Partys und Fist-Events statt. Der Verein betreibt zu dem Aufklärungsarbeit zur Vorbeugung sexueller Gewalt und möchte einen verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität fördern. Spendenaufruf auf der Webseite der Bösen Buben:
boese-buben-berlin.de

Acud macht neu
Der Kunstverein Acud bietet Konzerte, Kino, Theater und Cafe, sowie im Club auch Partys. Viele Veranstaltungen richten sich an die queere Community als auch an Refugees. Spendenaktion:
startnext.com

Quälgeist Berlin
Nach langer Wartezeit, einigen bürokratischen Hürden und Umbauten sollte der queere BDSM-Club an Ostern endlich wiedereröffnen (SIEGESSÄULE berichtete). Angesichts der aktuellen Gesundheitslage musste dies nun leider wieder verschoben werden. Für die Überbrückung des Lockdowns werden Spenden benötigt: quaelgeist.sm

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